Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

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abgeschlossen,  die  auch  von  allen  unterschrieben  worden  sind.  Am  entgegenkommendsten
  hat  sich  der  Häuptling  der  Bell-Stadt,  der  sogenannte
„King  Belle  gezeigt  und  nicht  allein  für  sich,  sondern  auch  für  die  unter
ihm  stehenden  Häuptlinge  den  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reich  unterschrieben.
  Dort  drüben  liegt  die  Bell-Stadt,  und  King  Bell  mit  seinen
Leuten  ist  noch  heute  unser  Freund.  Er  hat  sogar  wegen  der  Freundschaft
  mit  Deutschland  mancherlei  Böses  erlitten  und  viel  Schaden  gehabt.
Dort  drüben  auf  der  anderen  Seite  des  Kamerun-Flusses  liegt  die  Stadt
Eckre,  deren  Häuptling  ein  Untergebener  des  Königs  Bell  ist.  Dieser
Häuptling  war  nicht  anwesend,  als  der  Vertrag  unterschrieben  wurde,
und  behauptet,  gegen  das  Deutsche  Reich  keine  Verpflichtungen  zu  haben.
Unter  den  verschiedenen  Häuptlingen  in  Kamerun,  welche  sich  gern  Könige
nennen,  herrscht  viel  Eifersucht,  und  alle  Monate  gibt  es  Krieg.  Bald
gehen  Aqua-Stadt  und  Bell-Stadt  gegen  Yoß-Stadt  und  Dido-Stadt,
dann  wieder  Dido=  und  Yoß-Stadt  gegen  Aqua  und  Eckre.  Bei  den
Kriegen  geht  man  nur  darauf  aus  zu  plündern,  ein  paar  Leute  totzuschlagen
  und  den  weißen  Leuten,  die  hier  wohnen,  das  Leben  schwer  zu
machen.  Der  Häuptling  von  Eckre  wollte  sich  schon  lange  vom  König
Bell  freimachen.  Er  stiftete  deshalb  die  Häuptlinge  von  Dido,  Yoß  und
Aqua  zu  einem  Kriege  an.  Es  sind  hier  auch  wahrscheinlich  von  englischer
  Seite  allerlei  falsche  Nachrichten  über  Deutschland  verbreitet  worden.
Die  englische  Regierung  trägt  wohl  nicht  die  Schuld  daran;  aber  die
hiesigen  Engländer  wollen  es  nicht  dulden,  daß  Deutschland  hier  Besitz
hat.  Sie  haben  den  Negerhäuptlingen  vorgeredet,  daß  Deutschland  keine
Kriegsschiffe  besäße  und  überhaupt  über  kein  anderes  Schiff  als  die
„Möve“,  mit  der  Doktor  Nachtigal  hier  war,  verfüge.  Die  dummen
Kerle  haben  das  geglaubt  und  haben  sich  infolgedessen  zu  einem  Bündnisse
zusammengezogen,  das  sich  sowohl  gegen  den  König  Bell  und  die  Deutschen
wie  am  letzten  Ende  gegen  die  Weißen  überhaupt  richtet.  Die  verschiedenen
Häuptlinge  sind  zu  einer  Verschwörung  zusammengetreten,  und  dabei  sollen
sie  eine  Sklavin  lebendig  verbrannt  haben,  und  jeder  der  anwesenden
Häuptlinge  hat  sich  etwas  von  der  Asche  auf  die  Zunge  gestreut,  zum
Zeichen,  daß  er  über  das  Geheimnis  schweigen  wolle.  Das  sind  die
schönen  Kulturblüten  ihres  Fetisch=  und  Zauberwesens.  Dann  haben  sich
die  Häuptlinge  von  Yoß,  Eckre,  Aqua  und  Dido  durch  Sangele-Trinken
miteinander  vereinigt,  sie  haben  sich  jeder  in  den  Arm  geritzt  und  die
anderen  Blut  aus  der  Wunde  trinken  lassen.  Den  König  Bell  haben  sie