Metadata : Bei den Fahnen des III. Armeekorps von Metz bis le Mans.

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und  noch  weiter  unser  Geschick  teilen  sollte,  und  erklärte  mir,
es  sei  dies  ein  alter,  armer  Mann,  der  die  Strapazen  des
Marsches  nicht  aushalten  könne  und  eine  ebenso  alte,  hilflose

Frau  zu  Hause  habe.  Er  selbst  sei  aber  kräftig  und  gesund,
und  wenn  es  anginge,  wolle  er  lieber  bei  uns  bleiben,  und  ich
sollte  den  alten  Mann  nach  Hause  schicken.  Dieser  Edelmut
rührte  mich  so,  daß  ich  zum  Major  ging,  den  ich  schon  vorher
  für  den  braven  Simonot  interessiert  hatte,  und  um  die
Freilassung  auch  seines  Freundes  bat,  die  dann  auch  bewilligt
wurde.  Voller  Dank  und  frendestrahlend  zogen  sie  beide  mit
Geleitschein  versehen,  ab.  Hoffentlich  sind  sie  auch  glücklich
nach  Hause  gekommen.

Am  12.  hatten  wir  nur  einen  kleinen  Marsch  bis  Vendoeuvre,
  einer  kleinen,  recht  hübschen  Stadt,  so  daß  wir  schon
gegen  Mittag  ins  Ouartier  kamen.  Auf  dem  Marsche  wurde
ich  mit  einem  dritten  Offizier  bedacht,  der  sich  bald  als  ein
sehr  angenehmer  Zuwachs  zu  unserer  Familie  auswies.  Leutnant
  G.,  Reserveoffizier,  und  seines  Zeichens  Philologe,  war
bei  Spichern  verwundet  worden  und  kehrte  nun  geheilt,  aber
mit  etwas  steifem  Arm  zu  uns  zurück.  Es  war  ein  ungemein
liebenswürdiger  Mensch,  von  umfassender  Bildung,  dessen  anregende
  Unterhaltung  mir  oft  die  langen  Märsche  und  langweiligen
  Abende  verkürzte.  Dazu  war  er,  obwohl  zarten
Körpers,  doch  ein  tüchtiger  Soldat,  voller  Leben  und  Feuer.
Es  verband  uns  bald  ein  inniges  Freundschaftsverhältnis  und
so  wie  ich  seiner  stets  in  Freundschaft  gedenke,  so  wird,  glaube
ich,  auch  er  sich  gern  unseres  Zusammenlebens  erinnern.  Er
hat  den  liebgewordenen  Soldatenrock  nach  dem  Feldzuge  nicht
wieder  ausgezogen  und  sich  später,  wie  es  von  ihm  nicht  anders
zu  erwarten  war,  auf  der  Kriegsakademie  und  sonst  allzeit  bewährt.


Mein  Ouartierglück  schien  mir  in  Vendoeuvre  wieder
recht  hold  zu  sein,  ich,  sowohl  wie  meine  Offiziere,  die  mein
Ouartier  teilten,  hatten  prächtig  eingerichtete  Zimmer,  die  aber
bei  näherem  Einblick  die  größte  Unordnung  zeigten,  und  als
ich  meine  Wirte  zu  Gesicht  bekam,  fuhr  mir  ein  wahrer  Schreck
in  die  Glieder  über  den  grenzenlosen  Schmutzzustand,  in  dem
sich  sowohl  Mr.  wie  Mdme.  und  die  Kinder  befanden.  Die