Full text: Reichs-Gesetzblatt. 1885. (19)

XXXVMI 
Anbringungsarten der Laufgewichte zulässig, sobald dieselben die Bedingung erfüllen, 
daß der Schwerpunkt des Laufgewichtes in möglichst geringem Abstande von der 
durch die Mittelschneide der Waage und die Endschneide des Lasthebels gehenden 
Ebene liegt, und sich keinesfalls um einen in die Augen fallenden Betrag tiefer 
unter dieser Ebene befindet, als die Mittellinie des Armes, an welchem das Lauf- 
gewicht sich bewegt. 
16. Die Vorschriften unter Nr. 2 bis 5 und 12 bis 15 finden entsprechende 
Anwendung auf Laufgewichte und Skalen, welche nur als Hülfseinrichtungen 
bei anderen Waagengattungen dienen (siehe §. 56). Bei Einrichtungen letzterer 
Art darf jedoch an der zur Ablesung der kleinsten Gewichtstheile bestimmten Skale 
diejenige Aenderung der Gewichtsangabe, welche einer Verschiebung des Lauf- 
ewichtes um einen Skalentheil entspricht, den Betrag der nach §. 60 bei der 
Prüfung der Richtigkeit und Empfindlichkeit anzuwendenden größten Gewichts- 
zulage nicht übersteigen. 
§. 60. 
Innezuhaltende Fehlergrenzen. 
Beim Aichen einer nach den vorstehenden Bestimmungen zugelassenen Waage 
ist nach den näheren Anweisungen der Instruktion zu untersuchen, ob dieselbe hin- 
reichende Empfindlichkeit besitzt, und ob ihre Hebelverhältnisse hinreichend richtig sind. 
Als das Empfindlichkeitsmaaß gilt das Verhältniß, welches diejenige kleinste 
Vermehrung oder Verminderung der Last, die noch eine deutlich erkennbare Ver- 
änderung der Gleichgewichtslage der Waage (einen Ausschlag) hervorbringt, zu 
der Last selber hat. 
Zur Stempelung darf eine Waage nur dann zugelassen werden, 
1. wenn nach Aufbringung der größten zulässigen Last die für letztere und 
für die betreffende Waagengattung in der nachfolgenden Zusammen- 
stellung aufgeführte Zulage noch einen deutlichen Ausschlag bewirkt; 
2. wenn nach Aufbringung des zehnten Theils der größten zulässigen Last 
der fünfte Theil der nach Nr. 1 für die größte zulässige Last berechneten 
Zulage noch einen deutlichen Ausschlag der Waage bewirkt; 
3. wenn die Abweichung des Hebelverhältnisses der Waage von dem ihrem 
System zukommenden Werthe, nämlich 
a. bei den gleicharmigen Waagen von der Gleichheit, 
b. bei den Dezimalwaagen von dem Verhältniß 1: 10, 
c. bei den Centesimalwaagen von dem Verhältniß 1:100, 
d. bei den Laufgewichtswaagen von der Angabe der Skale 
bei der Abwägung sowohl der größten Last als ihres zehnten Theiles durch 
einen Gewichtsbetrag ausgeglichen werden kann, welcher nicht größer ist, 
als die unter Nr. 1 beziehungsweise unter Nr. 2 aufgeführte, das Em- 
pfindlichkeitsmaaß bei jeder dieser Belastungen bestimmende Gewichtszulage;
	        
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