Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

Halte.

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Hält  ein  Militärzug  auf  freier  Strecke,  so  trifft  der  Transportführer  nach
bezüglicher  Anzeige  des  Zugführers  die  etwa  zur  Erhaltung  der  Ordnung  erforderlichen
  besonderen  Maßnahmen.

9.  Vor  der  Abfahrt  sagt  der  Stationsvorsteher  —  unter  Vermittelung  des
Bahnhofs-Kommandanten  —,  bei  kleineren  Transporten  der  Zugführer  oder
Schaffner,  nach  Maßgabe  des  Fahrplans  dem  Transportführer  an,  auf  welcher
der  nächsten  Anhaltepunkte  die  Mannschaften  aussteigen  können.

10.  Bei  kleineren  Transporten  dürfen  die  Mannschaften  an  den  für  den
öffentlichen  Verkehr  zugelassenen  Stationen  aussteigen.

Bei  Militärzügen  ist  das  allgemeine  Aussteigen  auf  diejenigen  Stationen
beschränkt,  auf  denen  mindestens  10  Minuten  gehalten  wird.  Während  kürzerer
Zeit  kann  der  Transportführer  im  Einverständniß  mit  dem  für  den  Abgang  der
Züge  verantwortlichen  Stationsbeamten  einzelnen  Leuten  das  Aussteigen  gestatten.

Kranke  dürfen  nur,  wenn  sie  gehfähig  sind,  und  auch  dann  nur  bei
Halten  über  8  Minuten  aussteigen.

11.  Der  Bahnhofs-Kommandant  sorgt,  wenn  er  über  eine  Bahnhofswache
  verfügt,  für  die  Abgrenzung  des  Aussteigeplatzes,  sowie  für  die  Ordnung
und  Zurechtweisung  der  die  Verpflegungsanstalten,  Brunnen  und  Latrinen  aufsuchenden
  Mannschaften.  In  allen  übrigen  Fällen  liegt  die  Abgrenzung  des  Aussteigeplatzes
  und  die  Zurechtweisung  der  Mannschaften  dem  Stationspersonal  ob,
zu  dessen  Unterstützung  der  eintreffende  Transport  Posten  oder  Kommandirte  zu
stellen  hat,  z.  B.  im  Interesse  des  Bahndienstes  an  den  beiden  Enden  und  an
den  Ausgängen  des  Aussteigeplatzes;  —  an  den  Eingängen  von  Gebäuden,  die
von  Mannschaften  nicht  betreten  werden  sollen,  —  an  Brunnen  u.  s.  w.

An  die  Restauration  oder  Marketenderei  auf  Bahnhöfen  und  Haltestellen
ist  militärische  Aufsicht  bei  allen  Transporten  zu  kommandiren.

Bei  Kriegs-Gefangenen-Transporten  ist  auf  den  Stationen,  wie  im
Zuge,  die  strengste  Ordnung  und  Ruhe  aufrecht  zu  halten;  für  die  Zeit  der  Anwesenheit
  größerer  Gefangenentransporte  ist  der  vollständige  Abschluß  aller  von
ihnen  zu  benutzenden  Räume  u.  s.  w.  geboten,  kleineren  Transporten  aber  ist  ein
abgesonderter  Aufenthaltsort  anzuweisen,  an  welchem  militärischerseits  Posten  aufzustellen
  sind.

12.  Beim  Halten  des  Zuges  werden  nach  Ansage  der  Dauer  des  Aufenthalts
  an  den  Transportführer  die  Thüren  der  von  den  Offizieren  und  der  Wache
besetzten  Wagen  durch  die  Schaffner  geöffnet.  Die  Wache  tritt  heraus  und  stellt,
nach  Erfordern  der  Umstände,  eventuell  auch  auf  Antrag  des  Stationsvorstehers  —
unter  Vermittelung  des  Bahnhofs-Kommandanten  —  ihre  Posten  auf.  Die
Schaffner  öffnen  unterdeß  die  Thüren  der  von  den  Mannschaften  besetzten  Wagen.
Das  Aussteigen  der  Letzteren  erfolgt  aber  erst  auf  militärischen  Befehl.

13.  Finden  Rangirbewegungen  mit  dem  haltenden  Zuge  statt,  so  sind
vor  Beginn  derselben  die  Thüren  von  den  Schaffnern  zu  schließen  und  erst  wieder