Volltext : Handbuch des geltenden Öffentlichen und Bürgerlichen Rechts.

508  Unterrichtswesen  (höhere  Schulen).

verzeichnis  der  anerkannten  Lehranstalten  durch  das  RZBl.  veröffentlicht
(Bek.  für  1910:  RZBl.  597).  S.  auch  oben  S.  411f.

Aufsichtsbehörden  sind  die  Provinzialschulkollegien  (§  55  f.  ALR.
II,  12,  Instr.  23.  10.  17,  §§  2,  18  und  KO.  31.  12.  25).  Das  Vermögen
  hat  die  Rechte  des  Kirchenvermögens  (§  57  das.).  Die  Schulgelder
sowie  alle  auf  gesetzlicher  Verpflichtung  beruhenden  Leistungen  an  sämtliche
  Schulen  unterliegen  hinsichtlich  der  laufenden  und  zwei  Jahre  rückständigen
  Beträge  der  Beitreibung  im  Verwaltungs-Zwangsverfahren
  (KO.  19.  6.  36.  GS.  198),  vorbehaltlich  des  ordentlichen  Rechtsweges
  (G.  24  5.  61),  welcher  jedoch  nach  den  oben  zitierten  §§  46  ZG.,  54
Schlnterh  G.  Z3G.  bezüglich  der  Volksschulen  zugunsten  des  Verwaltungsstreitverfahrens
  wieder  ausgeschlossen  ist.

Das  Schulgeld  beträgt,  soweit  nicht  bereits  höhere  Sätze  erhoben
werden,  für  Vollanstalten  jährlich  in  den  3  oberen  Klassen  150,  in  den
anderen  Klassen,  sowie  für  Progymnasien  und  Realprogymnasien  130  M.;
für  Realschulen  110,  bei  Verbindung  mit  Gymnasien  oder  Realgymnasien,
falls  ein  gemeinsamer  Unterbau  besteht,  130  M.  (ME.  6.  3.  09,  U  l.
358).  Von  auswärtigen  Schülern  kann  ein  höheres  Schulgeld  genommen
werden  als  von  einheimischen  (ME.  4.  2.  96,  U#ZBl.  252).  Bei  Vorschulen,
  die  sich  nicht  aus  eigenen  Mitteln  erhalten,  ist  eine  Steigerung
bis  zum  Betrage  des  in  der  Sexta  der  Hauptanstalt  erhobenen  Satzes
vorgesehen  (ME.  22.  3.  92,  U  Zl.  506).  Schulgeldbefreiungen  für
Vorschulen  sind  ausgeschlossen  (ME.  23.  2.  91,  U#ZBl.  349).

Für  die  Prüfungen  der  Kandidaten  des  höheren  Schulamts
gilt  jetzt  die  Prüfungs  O.  12.  9.  98  (s.  Beilage  zu  Nr.  229  Rünz.
1898)  dazu  V.  26.  2.  01  (UZ##Bl.  279)  und  17.  8.  06  (U##l.  692).
Der  Prüfung,  abzulegen  vor  einer  der  Kgl.  Wissenschaftlichen  Prüfungskommissionen,
  muß  ein  mindestens  sechs  Halbjahre  umfassendes  Berufsstudium
  nach  erlangtem  Reifezeugnis  vorausgehen.  Die  Prüfungsgegenstände
  zerfallen  in  allgemeine  und  Fachprüfung  (diese  nach  Wahl  des
Kandidaten).  Für  die  Anstellung  der  Direktoren  und  Lehrer  s.  die  V.
9.  12.  42  (GS.  43,  1);  die  Verhältnisse  der  anstellungsfähigen  Kandidaten
regelt  ME.  15.  5.  05  (U  GBl.  409),  die  praktische  Ausbildung  ME.  15.  3.  08
(A3Bl.  503).  Bes.-Normaletat  5.  6.  09.  —  Den  kathol.  Religionsunterricht
  an  den  höheren  Lehranstalten  betrifft  ME.  9.  1.  93  (U  Bl.  284).

Auch  da,  wo  die  unmittelbare  Aufsicht  über  höhere  Schulen  oder  die
Bestellung  der  Lehrer  Privatpersonen  oder  Korporationen  überlassen  ist,
behält  das  Provinzialschulkollegium  die  maßgebende  Bestimmung  bei  der
Ernennung  und  gegebenenfalls  Bestätigung  der  Lehrer  sowie
bei  ihrer  Pensionierung  (G.  30.  4.  84  §  21  Abs.  3,  §  22  Abs.  2,  8V.
11,  8.  85,  U  8BBl.  595,  KO.  28.  7.  92,  GS.  264,  ME.  2.  5.  93,
U  Bl.  488,  G.  27.  5.  07  [GS.  95]  nebst  AusfBest.,  oben  S.  361)
und  bei  Veränderungen  in  der  Einrichtung  des  Schulwesens  und  der  Art
des  Unterrichts  (ALR.  II,  12  §  60);  auch  über  die  Abstellung  von  Mißständen
  in  den  Gehaltsverhältnissen  hat  es  zu  wachen  (ME.  10.  2.  92,
Um  #l.  620).

Das  G.  25.  7.  92  (GS.  219),  AussAnw.  21.  10.  92  (n8Bl.  713),  betr.  das
Diensteinkommen  der  Lehrer  an  den  nichtstaatlichen  öffentlichen