Full text : das Königreich Württemberg. Dritter Band. (4)

Oberamt  Caunstatt.  121

feldzeugmeister  in  Ludwigsburg  1814;  1786  Juni  19.,  als  S.  des  Städtschreibers,
Christi.  Friedr.  Rösler,  Prof.  d.  Gesch.  in  Tübingen,  1821  (Ib.  1824,  S.  55  flf.)
1742  Okt.  28.,  als  S.  eines  Kaufmanns  Christi.  Friedr.  Schnurrer,  Orientalist  u.  Hist.,
Kanzler  in  Tübingen,  7  1821  (Ib.  1824,  S.  24  ff.);  1787  Nov.  14.  Jak.  Linkh,
S.  des  Posthalters  und  Wirthe  zum  altberühmten  Ochsen,  Mitentdecker  der  Aeginetengruppe,
  bis  1832  in  Rom,  7  als  Hofrath  in  Stuttg.  1841  (Ib.  1821  S.  104,  Schw.
Merk.  7.  Apr.  1841);  1794  Aug.  22.,  als  S.  des  Helfers,  Karl  Friedr.  Jäger,  Historiker,
  als  Pfr.  in  Münchingen  1842  (A.  D.  B.  XIII.  658);  1794  Juli  3.  als  S.
eines  Orgelmachers,  Eberh.  Friedr.  Walcker,  Gründer  des  weltberühmten  Orgelbaugeschäfts,
  w#  1872  (Schmidt-Weißenfels,  Zwölf  Tischler  1882,  S.  83  ff.);  26.  April
1838,  als  S.  des  Orthopäden  Karl  Wilh.  Heine,  f  in  C.  1877  als  Prof.  der  Chirurgie
  in  Prag  (A.  D.  B.  XI.  857).  P.  Bragwirthsbaus  (Brag  s.  o.)  Burgbolzhof,
  Hofdomäne  von  81  ha.

2.  Jelkbach  (1265  Velbach,  wohl  v.  velwe,  Weidenbaum),  ev.  Pfd.  m.  M.  G.
am  Saum  der  Hochebene  zwischen  Neckar=  und  Remsthal,  5  km  5.  v.  C.,  286  m,
Eisenbahnstat.,  Postamt,  T.,  Amtsnotariat,  kleine  Privat-Irrenanstalt,  Dienstbotenheimat,
gegr.  1875  v.  Phil.  Paulus,  der  hier  1878  gestorben  ist,  3512  E.,  w.  18  K.,  1  J.
G.  Walb  v.  213  ba.  Weinbau  (der  beste  der  Lemmler,  was  auch  in  Stuttg.
alter  Flurname).  Fabr.  landwirthsch.  Maschinen.  Stattliche  Ki.  v.  1519,  bis  in  die
neuere  Zeit  von  Wassergraben  und  Ringmauern  mit  4  Thürmen  umgeben,  1882  ff.
rest.  (Vish.  V.  124.  135.  Leins  Denkschr.  d.  Polyt.  1864  S.  24).  In  der  Ki.  7
große  Oelbilder  der  Passion,  vielleicht  aus  der  Schule  des  Andr.  Wolff  in  München
um  1700,  von  dem  Fellbacher  Schulmeisterssohn  Wilh.  Auberlen,  Kaufmann  in  Augsburg,
  1843  gestiftet  (Schwäb.  Merk.  II.  1843  S.  457);  Votivbild:  Himmelfahrt  Christi
mit  Porträt  des  Stifters  M.  Moaicler  v.  Endersbach,  Pfr.  in  F.  1610—46,  fruchtbarer
lat.  Dichter;  sein  Name  auch  auf  dem  steinernen  Kruzifix  des  Friedhofs  von  1611
(das  Kreuz  auf  Adam  liegend).  Seit  1819  abg.  Wallfahrtskap.  auf  dem  Kappelesberg
  bei  einem  Kirschbaum,  auf  welchem  Maria  einem  Knaben  erschienen  sein  soll;
dort  schöne  Fernsicht  bei  der  Cassinilinde,  so  gen.  nach  der  Triangulirung  und  Karteographirung
  durch  den  Franzosen  Cassini  um  1755  (Cass.  de  Thury,  Relation  d’un
voyage  en  Allemagne,  dui  comprend  les  operations  relatifs  à  la  ügure  de  la
terre  et  4  la  géogr.  part.  du  Palatinat,  du  duché  de  Würt.,  du  cercie  de
Souabe  etc.  fait  par  ordre  du  Roi  Paris  1776).  F.  ist  einer  der  Hauptsitze  des
Michelianismus  (s.  Die  Hahnsche  Gemeinschaft.  1877  S.  221  ff.)  A!  Wie  C.  zuerst
calwisch,  dann  welfisch,  kam  F.,  das  im  13.  und  14.  Jh.  eigenen  Adel  hatte,  im  Laufe
dieser  Ihh.  an  Wü.  Im  Mittelalter  war  es  Fil.  der  Ufkirche  in  C  1693  brannten
die  Franzosen  den  Ort  großentheils  nieder.  Abg.  Immenrode,  1265  Imbenr.  Drei
Auberlen  haben  116  Jahre  den  Schuldienst  in  F.  bekleidet:  1.  1756—84  Ge.  Dan.
A.,  geb.  15.  Aug.  1728  in  Endersbach,  tüchtiger  Musikkomponist,  Vater  des  Sam.
Gottlob  A.,  Musikdir.  in  der  Schweiz,  später  am  Münster  in  Ulm,  1  1829  (vergl.
dessen  Selbstbiogr.  Ulm  1824);  2.  bie  1828  Nikol.  Ferd.  A.  v.  Kirchheim  u.  T.,
Schwiegersohn  von  1.,  verdient  um  die  Kirchenmusik,  Lehrer  Silchers  2c.;  3.  bis
1873  dessen  Sohn  Wilh.  Amandus  A.,  geb.  24.  Okt.  1798,  fF  als  pens.  Oberlehrer  1874,
verdient  um  den  Gesangunterricht  in  der  württ.  ev.  Volksschule,  wie  um  Hebung  des
Weinbaus  in  F.  (Weingärtner-Gesellschaft  1858),  Vater  v.  Karl  Aug.  Auberlen,  geb.
dier  24.  Nov.  1824,  f  als  Prof.  d.  Theol.  in  Basel  1864  (A.  D.  B.  1,  632).

3.  Hedelstugen  (1246  Hadel-HaedelvI.  P.  N.),  ev.  Pfd.  m.  M.  G.,  links  vom
Neckar,  5  km  sö.  v.  C.,  232  m,  Postagentur,  1641  E.,  w.  11  K.  G.Wald  v.  43  ha.
Weinbau.  Bleich=  und  Appreturanstalt,  Baumwollfärberei.  Goth.  Ki.  v.  ca.  1500