Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Es  erübrigt  noch,  die  Beziehungen  der  Säuglingssterblichkeit  zur  Geburtsziffer

—  d.  h.  zur  Zahl  der  lebendgeborenen  Kinder,  reduzirt  auf  je  1000  Bewohner,  —  kurz

zu  betrachten.  Die  nachstehende  Uebersicht  zeigt  in  dieser  Hinsicht  Folgendes:

I.  Einer  hohen  Geburtsziffer  (mehr  als  38  lebende  Kinder  auf  je  1000  Bewohner)
in  6  Gebieten  entsprach:  ein  Mal  eine  niedrige  Säuglingssterblichkeit  in  Westfalen
  —,  zwei  Mal  eine  hohe  in  Schlesien  und  im  Königreich  Sachsen  —,  sonst

eine  mittlere  Säuglingssterblichkeit.

II.  Einer  niedrigen  Geburtsziffer  (weniger  als  83  lebende  Kinder  auf  je  1000  Bewohner)
  in  8  Gebieten  entsprach  5  Mal  auch  eine  geringe  und  niemals  eine  hohe
Säuglingssterblichkeit.  In  3  Gebieten  mit  niedriger  Geburtsziffer,  nämlich  in
Berlin,  dem  Großherzogthum  Baden  und  in  Elsaß-Lothringen  war  die  Sterbeziffer
der  Säuglinge  eine  mittlere,  doch  kann  die  natürliche  Zunahme  der  Bevölkerung  hier
trotzdem  als  eine  befriedigende  bezeichnet  werden,  da  sie  sich  in  Berlin  auf  10,  in
Baden  auf  86  in  Elsaß-Lothringen  auf  6,56  Promille  der  mittleren  Bevölkerung
des  Jahres  belief.

Tab.  B.  3.
Geburtsziffer  und  Säuglingssterblichkeit.
gẽ  Auf  je  1000  Be-  ·
7s  wohner  wurden  “  Geburts=  Die  —
z  lebend  geboren:  er  ffer  *  *  auf  je  *  ·
SZ  i.J.1893i.J.1894n«ch"«9«"mem«chn"«m’
lmPoseu......................  42,2  41,5  mittlere  (207)
2  „Westpreußen  ................  45  41  mittlere  (228)
8„Schlestiin  40,—  39,  hohe  hohe  (243)
4Ddem  Königr.  Sachsen  39,  39.n5  #  hohe  (264)
5  Ostpreußen  40U  88,  mittlere  (221)
6  „  Westfalen...................  39,  388,  geringe  (142)
7vder  Rheinprovinz)  87,  86,6  geringe  (168)

8  „  „Provinz  Sachsen  37,  36  mittlere  (207)
9  FPommen  37,T  36,5  mittlere  (211)
10%  Bayern  rechts  des  Rheins  37,1  86,1  sehr  hohe  (283)
111  Hambucng  35,—  85,0  mittlere  geringe  (167)
12.  Brandenbuig  36,  34,8  hohe  (239)
13  Bayern  links  des  Rheins  ..  .  35,  34,  geringe  (163)
14  .  Braunschweiig  —  849  geringe  (178)
15Schleswig-Holstein  83,  88,  geringe  182
16  Württemberg  84.  381  hohe  (47)
17  Sachsen-Coburg-Gothoa  34,  32,  geringe  (159)
18  Hannoer  33,  32.5  geringe  (187)
190  Babden  33,0  81,  mittlere  (211)
20  „H  bem  Großherzogth.  Hessen  32,n  81,  niedrige  geringe  (161)
21  Hessen-Nassaa  825  30,  sehr  geringe  (134)
22.  Bremzme.  31,  80,  geringe  (157)
283  „Elsaß--Lothringen  .........  ..  .  30,T  29,  mittlere  (197)
24  Berln  29,1  29,0  mittlere  (221)

im  Deutschen  Reiche..........  ...  36,  38,8  mittlere  mittlere  (211)

„  Königr.  Preußfen  37,  86,  mittlere  mittlere  (196)

„  „  Bayern  360  36,n  mittlere  hohe  (268)

*)  Hohenzollen  32,  80,  niedrige  hohe  (263)