Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1867. (58)

12.

Sie  haben  darüber  zu  wachen,  daß  die  vorläufig  gesteckten  Grenzmarken
(Laagpfähle)  nicht  beschädigt,  verrückt  oder  entfernt  werden,  ekwaige  Frevel  unverzüglich
dem  Katasterbüreau  anzuzeigen.

Der  zufolge  behördlicher  Verhandlungen  erforderlich  werdenden  Setung  der  Grenzsteine
  oder  Hrrstellung  anderer  Grenzmarken  haben  sie  sich  alsbald  bei  der  Verhandlung
oder  später  in  Gemäßheit  der  ihnen  zu  ertheilenden  Anweisung,  im  Beisein  der  Anlieger
oder  deren  Verkreter,  beziehentlich  in  Gemeinschaft  mit  den  Heldgeschworenen  des  Grenzorts
  zu  unterziehen.

Wenn  neue  Gebände  errichtet  oder  bereits  bestehende  umgewandelt,  erweitert  oder
niedergelegt  werden,

ebenso  wenn  Hoslzboden,  Lehde  oder  Teich  in  Ackerland  oder  Wiese,  ingleichen
wenn  Ackerland  oder  Wiese  in  Holzboden,  Lehde  oder  Teich  umgewandelt  werden;  so  ist
die  Anzeige  solcher  Bau=  und  Culturveränderungen  zwar  zunächst  Obliegenheit  des  Grundstücksbesihers.
  Die  Feldgeschworenen  haben  jedoch  ebenfalls  hierauf  ihr  Augenmerk  zu
richten  und  die  wahrgenommenen  Veränderungen  dem  Fürstlichen  Katasterbüreau  bei
Erstattung  des  Jahrcoberichts  in  der  aus  dem  auliegenden  Schema  ersichtlichen  Weise
anzuzeigen.

14.

Für  die  Leislungen  und  Versäumnisse  bei  Landesgrenzrevisionen  und  bei  Setzung
von  Landeögrenzsteinen,  sowie  bei  den  Vermessungsarbeiten  zu  Echaltung  der  Grenzen  und
zu  Aufnahme  neuer  Grenzen  erhält  der  Beldgeschworene  aus  Fürstlicher  Landeskasse  eine
Vergütung  von  2  Sgr.  für  jede  Stunde  der  auf  das  Geschäft  und  die  Zurücklegung  des
Wegs  verwendeten  Zeit.

Für  die  nach  F.  3  vorzunehmende  jährliche  Grenzbegehung  ist  eine  tägliche  Entschädigung
  von  15  Sgr.  aus  der  Gemeindekasse  zu  gewähren.

Für  die  Neuversteinung  bereits  auftenommener  und  Versteinung  neu  entstandener
Grenzen  sind  die  durch  Regierungsverordnung  vom  3.  Jannar  1866  festhestellten  Gebühren
zu  entrichten,  nämlich:

a.  Für  Setung  eines  Ulurgrengsteins

5  Sor.,
von  den  betr.  Gemeinden  zu  gleichen  *  zu  tragen  und  unter  die  betreffenden  Feldr
  zu  vertheilen.

b.  Für  Sehung  eines  Steines  an  Landes-,  Kammer--,  Pfarr-,  Schul=  und  Gemeinde-Eigenthumsgrenzen,

  wenn  derselbe  vorschriftsmäßig  behauen  ist,

Sgr.,
wovon  2/2  aus  der  betr.  Casse,  ½  von  dem  betr.  Privatangrenzer,  welchem  Letzteren
außerdem  noch  der  Transport  des  zu  setzendes  Steines  an  den  Ort  seiner  Beslimmung
obliegt,  zu  erheben  sind.