Metadaten : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Erster Band. (1)

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Maschine,  zunächst  mit  wenig  gekochtem  Wasser,  dann  mit  60%  Sarg'schem  Glycerin.
Die  Fertigstellung  der  Lymphe  war  nach  4  Mal  24  Stunden  beendet.  Alsdann  kam
der  Stoff  in  einen  Kühlraum  im  Keller,  in  welchem  Sommer  und  Winter  eine  Temperatur
  von  etwa  10°  C  herrschte.

Eine  versuchsweise  Konservirung  mit  dicker  Zuckerlösung  und  mit  Honig  hat  nur
auf  etwa  2  Wochen  ganz  gute  Nefultate  ergeben;  nach  dieser  Zeit  war  der  Impfstoff
unwirksam.  In  der  Konserve  hatte  sich  nach  6  Monaten  Fäulniß  oder  eine  sonstige  Veränderung
  nicht  eingestellt.  Auch  eine  Verreibung  mit  30%  Alkohol  erhielt  sich  14  Tage
wirksam.

Das  Füllen  der  Kapillaren  durch  Ansangen  mittelst  eines  Gummiballons,  in
welchen  ein  mit  dem  Finger  zu  schließendes  Loch  geschnitten  ist,  bewährte  sich  anscheinend
  recht  gut.  Die  Grammgläschen  wurden  unter  Zuhülfenahme  einer  Pipette
mittelst  des  Ballons  durch  Ausblasen  gefüllt.

In  Bernburg  ist  die  Art  der  Abnahme  und  Zubereitung  der  Lymphe  beibehalten
worden.  Die  Abnahme  fand  ziemlich  regelmäßig  nach  96  Stunden,  längstens  nach
100  Stunden  statt.  Auf  1  Theil  Impfstoff  wurden  3  Theile  Glycerin  zugesetzt.  Die
Emulsion  war  vielfach  so  dick,  daß  sie  kaum  aus  den  Röhrchen  abfloß.

In  Lübeck  fand  die  Abnahme  stets  5  Mal  24  Stunden  nach  der  Impfung  statt.
Nach  ½  bis  1  Minute  dauerndem  Anlegen  der  Klemmpinzette  wurde  die  ganze  Pustel
mit  dem  scharfen  Löffel  oder  mit  einer  großen  Lanzette  abgeschabt,  wobei  das  Bluten
des  Pustelbodens  thunlichst  vermieden  wurde.  Während  des  Verreibens  der  ganzen
Ernte  im  Glasmörser  setzte  man  allmählich  so  viel  Glycerin  hinzu,  bis  eine  Emulsion
von  nicht  zu  dicklicher  Beschaffenheit  entstand.  Waren  Borken,  Haare  und  etwaige
Blutgerinnsel  sorgfältig  entfernt  worden,  so  besaß  der  Impfstoff  ein  helles,  durchschimmerndes
  Aussehen.  Die  Aufbewahrung  in  den  Versandtgefäßen  ist  im  Vorjahre
beschrieben.

In  Bremen  öffnete  man  meist  4  Tage  nach  der  Impfung  die  Pusteln  mit  der
Lanzette  und  schabte  sie  bei  möglichster  Vermeidung  der  Blutung  ab.  Blutige  Lymphe
wurde  nicht  abgenommen.  Sodann  verrieb  man  den  Impfstoff  mit  der  in  den  letzten
Jahren  allein  benutzten  Thymollösung  im  Verhältniß  von  1:1  bis  höchstens  1:3
möglichst  lange  und  sorgfältig.  Die  Vermischung  mehrerer  Ernten  war  nicht  gestattet.
Zur  Aufbewahrung  dienten  die  Versandtgefäße,  welche  im  Keller  eines  Apothekers
lagerten.

Die  Abnahme  geschah  in  Hamburg  bis  zum  Mai  und  im  November  5  Mal
24  Stunden  nach  der  Impfung,  in  den  wärmeren  Monaten  schon  einen  Tag  früher
in  der  bisher  üblichen  Weise.  Auch  in  der  Zubereitung  ist  nichts  geändert  worden.

In  Straßburg  i.  E.  wurden  den  Thieren  nach  Abwaschung  der  Impfflächen
wie  früher  Kehle  und  Halsgefäße  durchschnitten.  Nachdem  das  Blut  vollständig  ausgelaufen,
  geschah  die  Abtrennung  der  Hant  in  Lappen  von  doppelter  Handgröße.  Die
Abkratzung  der  Pusteln  erfolgte  117  bis  144  Stunden  nach  der  Impfung  mit  dem
scharfen  Löffel  auf  einer  dicken  Glasplatte.  Bereitung  und  Aufbewahrung  der  Glycerinemulsion
  blieben  unverändert.

In  Metz  exfolgte  die  Gewinnung,  Zubereitung  und  Aufbewahrung  der  Lymphe
in  der  schon  durch  die  Berichte  früherer  Jahre  beschriebenen  Weise.

5.  Die  Abgabe  des  thierischen  Impfstoffes.

Versandte  Mengen  Thierlymphe.#)
Von  dem  in  den  Anstalten  gewonnenen  Impfstoff  wurden  versendet:

1)  Die  hier  verzeichneten  Mengen  der  abgegebenen  Thierlymphe  stellen  nicht  das  Jahresergebniß