348 Geschichte der Akademie unter P’rmprıien dem Grossen (1746-1755).
vergessen. Aus Struppen, aus Dresden, aus dem Feldlager von Prag
hat er ihm geschrieben. »Ihr seid vielleicht der einzige Franzose
in Frankreich, der an mich denkt!.«
In den letzten Monaten vor Ausbruch des Krieges war FRIEDRICH
anscheinend in resignirter Stimmung. »Unser Zeitalter glänzt nicht
durch grosse Männer, die es besitzt, sondern durch das grosse Erdbeben;
es ist steril”.« Als ihn Mavrpertvis ersuchte, wieder etwas
für die Memoires zu schreiben, erwiderte er: »Ich bin nichts als
ein trister Politiker: ich könnte nur ein Memoire schreiben über
die besten Mittel, ein ruinirtes Königreich wieder herzustellen;
aber man würde sich darüber moquiren und sagen: er hindert das
seinige so zu sein, wie es ihm genügen sollte. Bis zur öffentlichen
Sitzung sind nur noch drei Tage; ich erwarte daher Eure Ordres
für das nächste Jahr oder wann es Euch heliebt?«. Das nächste
Jahr, ja schon die nächsten Monate sollten andere Aufgaben bringen!
Aber während sich bereits die Wolken zusammenzogen, am 3. Juli
1756, sprach er Maurertuis gegenüber noch die Absicht aus, den
Wunsch des Fürstbischofs von Breslau zu erfüllen und ihm die Rede
für den Eintritt in die Akademie auszuarbeiten: »Ich werde das
Vergnügen haben, ihn sagen zu lassen, was ich über Euch denke,
und werde die Rede auf die Siege bringen, welche die Fortschritte
des menschlichen Geistes über den Glauben gewinnen. Ich bin zwar
für meine Person nicht allzu überzeugt davon, aber es ist gut, dergleichen
zu sagen; denn es giebt so dumme Priester« u.s.w. Zu
wenn auch nicht die des Präsidenten. zu erhalten, ist durch L. HırzeL (WIELAND und
Küxzuı, S.139f.) bekannt geworden. \WhıeLaxp wandte sich an Bopner und Könztı,
damit diese SuLzEr für den Plan gewönnen. Er schrieb an Bonner (6. September
1759): »Man könnte das "Gedicht von der Natur der Dinge’ und "Cyrus’ so viel
gelten machen, dass die Herrn Academiciens wich dieser Ehre wohl se würdig
finden könnten, als Herın Derrraxn [ELıE Berrrayp in Bern. aufgenommen 29. Juni
1752]. Foruev kann viel tun. Aber ich möchte mich von hier aus nicht briguiren,
sonst wäre die Sache vielleicht auch noch durch Hın. BErIRAND zu machen. Ich
will aber unendlich Mal lieber Ihnen und Hrn. Küxzuı und Hrn. SuLzer dafür verbunden
sein, als Jemand anderem«. WıELAnp’s Ambition ist schr auffallend; denn
er hatte die Akademie wenige Jahre vorher bitter verhöhnt. Er wurde übrigens
nicht aufgenonimen; erst im Jahre 1736 (nach Frıieprıcn des Grossen Tode) ist er
auswärtiges Mitglied geworden. — Maurertrus’ Eloge hat Forney gehalten (Mein.
1759 [1766] p. 464 ff.) und ilım darin alle Ehre angetlıan. Dass VoLrare die Unterdrückung
der Rede durchzusetzen versucht hat, erfährt man aus einem Brief
Iressax’s an Furner (Souv.Ip.204). In der Könıe’schen Angelegenheit erkennt
Forney an, dass Matperteis und die Akademie Fehler begangen haben.
! Briefe vom 19. October 1756 und vom 18. Januar und 19, Mai 1757.
? Brief vom 3. Juli 1756.
® Brief vom 21. Januar 1756.