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allein von Almosen leben sollten, sondern nur, so weit Handarbeit
nicht zureiche.
5) Sie sollten schlechterdings gar nichts Eigenes haben.
Um Gottes Gnade und Barmherzigkeit willen sollten sie daher
wohnen, wo sie Aufnahme fänden, daß, wenn es dem
Eigenthümer einfalle, die heiligen Fratres über Nacht zu
delogiren, sie mit Dank, daß man n e so lange dagelassen
habe, fortziehen koͤnnten.
6) Alle Ministri provinciales sollten einem General
untergeordnet seyn, und dieser sollte verbunden seyn, wenigsiens
alle drei Jahre General-Capitel zu halten, daß er nicht
so ganz als Despot regieren könne. Deun das General-Capitel
konnte die Patres generales des Ordens absetzen. Nachdem
es gehalten sey, sollte jeder Pater provincialis in seiner
Provinz noch besonders Provinzial-Capitel halten.
Der Franziskaner-Orden hat das wesentlich Verschiedene
von allen bisherigen: die ganze Macht desselben
concentrirte sich in Einem, und in der Regel des Franz
kommt vor: er, der Orden, solle einen besondern Cardinal am
päbstlichen Hofe als Cardinal-Protektor annehmen,
der alle seine Angelegenheiten am päbstlichen Hofe besorge,
wodurch der Pabst auf den Ordem wirken könne. Dadurch ist
mehr Thätigkeit, Wirksamkeit in den Orden gekommen,
als bei allen vorhergehenden Orden.
Der heilige Franz erlebte es noch, daß sein Orden wie
ein Schneeball wuchs, daß er an 10,000 seiner Brüder zäblen
konnte; aber er erlebte noch etwas Anderes, welches man
kaum zu erzählen wagt: so groß, so wichtig, so furchtbar ist
die ganze Sache! Doch es sey. Der heilige Franz harte
die Gewohnheit: wenn er fasten wollte, so ging er in ein
Gebirge, daß, wenn ihn auch der Hunger ankam, ihn doch
nicht die Lust anwandeln konnte, Alles um sich her zu essen.
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