Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1868. (45)

—  115  —

ist,  die  keinen  Aufschub  leidenden  Maaßregeln  nehmen  zu  können  (Art.  251),  ihrerseits
mit  diesen  vorzugehen,  namentlich  dafür  zu  sorgen,  daß  die  Spuren  der  That  bis  zur
Vornahme  des  Augenscheins  unverändert  bleiben  und,  wenn  das  Erlöschen  oder  die
Veränderung  derselben  zu  befürchten  wäre,  selbst  das  zu  ihrer  unverweilten  Erforschung
Nöthige  vorzunehmen,  auch  schleunige  Anstalten  zu  treffen,  um  die  Flucht  des  Verdächtigen
  zu  verhindern  (vergl.  Art.  77,  78)  oder  den  noch  unbekannten  Thäter  zu  entdecken.

Es  gehört  zu  den  Obliegenheiten  des  Staatsanwalts,  erforderlichenfalls  die  Polizeibehörden
  zu  diesem  Einschreiten  aufzufordern  und  geeignetenfalls  bei  solchem  anzuwohnen.

Was  von  den  Polizeibehörden  geschehen  oder  in  Erfahrung  gebracht  worden  ist,
haben  sie  sogleich  dem  Staatsanwalt,  wofern  aber  unverzügliches  Vorschreiten  des  Gerichts
  geboten  erscheint  (Art.  251),  oder  es  sich  nur  von  einer  oberamtsgerichtlichen
Strafsache  handelt,  unmittelbar  dem  Untersuchungsrichter  mitzutheilen.

Art.  32.

Zu  den  Verhandlungen  der  Polizeibehörden  (Art.  30,  31)  müssen  zwei  Mitglieder
der  Gemeindebehörde,  im  Nothfall  aber  zwei  andere  unbescholtene  Männer  beigezogen
werden,  die  das  aufzunehmende  Protokoll  gleichfalls  zu  beurkunden  haben.

Vierter  Titel.
Von  der  Zuständigkeit  der  Gerichte  und  der  Staatsauwaltschaft.
Gerichtsstand  der  begangenen  Ihat.
Art.  33.

Für  die  im  Königreich  verübten  strafbaren  Handlungen  ist,  soweit  die  Strafprozeßordnung
  nicht  anders  bestimmt,  das  Gericht  zuständig,  in  dessen  Bezirk  die  Handlung
  begangen  wurde.  k

Art.  34.

Gehört  ein  bestimmter  Erfolg  zu  den  Merkmalen  einer  strafbaren  Handlung  und
tritt  derselbe  nicht  in  dem  Bezirke  ein,  worin  jene  vorgenommen  wurde,  so  entscheidet
der  Ort  der  vorgenommenen  Hawlung.

Bilden  mehrere  Handlungen  den  Thatbestand,  so  ist  das  Gericht  zuständig,  in  dessen
Bezirk  die  letzte  Handlung  vorgenommen  wurde.

Art.  35.
Ist  der  Ort  der  That  ungewiß  oder  diese  auf  der  Grenze  mehrerer  Gerichtsbezirke