Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1909. (43)

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§ 11.

Die  Fußböden  der  im  §  1  bezeichneten  Räume  sind,  sofern  Arbeiter  darin
beschäftigt  werden,  vor  Beginn  jeder  Arbeitsschicht  oder  während  jeder  Schicht  in
einer  Arbeitspause  zu  reinigen.  Während  des  Reinigens  darf  den  damit  nicht
beschäftigten  Arbeitern  der  Aufenthalt  in  diesen  Räumen  nicht  gestattet  werden.

Wird  die  Reinigung  auf  trockenem  Wege  vorgenommen,  so  darf  sie  der
Arbeitgeber  nur  von  solchen  Arbeitern  ausführen  lassen,  welche  von  ihm  gelieferte,
zweckmäßig  eingerichtete  Respiratoren  oder  andere,  Mund  und  Nase  schützende
Vorrichtungen,  wie  feuchte  Schwämme,  Tücher  usw.,  tragen.

 § 12.
Der  Arbeitgeber  darf  nicht  gestatten,  daß  die  Arbeiter  Branntwein  mit  in
die  Anlage  bringen.
§ 13.

In  einem  staubfreien  Teile  der  Anlage  muß  für  die  Arbeiter  ein  Waschund
  Ankleideraum  und  getrennt  davon  ein  Speiseraum  vorhanden  sein.  Diese
Räume  müssen  sauber  und  staubfrei  gehalten  und  während  der  kalten  Jahreszeit
geheizt  werden.

In  dem  Wasch-  und  Ankleideraume  müssen  Wasser,  Seife  und  Handtücher
  sowie  Einrichtungen  zur  Verwahrung  derjenigen  Kleidungsstücke,  welche  vor
Beginn  der  Arbeit  abgelegt  werden,  in  ausreichender  Menge  vorhanden  sein.

Der  Arbeitgeber  hat  seinen  Arbeitern  Gelegenheit  zu  geben,  täglich  vor  dem
Verlassen  der  Arbeit  in  einem  innerhalb  der  Betriebsanlage  gelegenen,  während
der  kälteren  Jahreszeit  geheizten  Baderaum  ein  warmes  Bad  zu  nehmen.

§  14.

In  denjenigen  Räumen  der  Anlage,  in  welche  Thomasschlacke  oder  Thomasschlackenmehl
  lose  eingebracht  wird,  darf  Arbeiterinnen  sowie  männlichen  Arbeitern
unter  achtzehn  Jahren  die  Beschäftigung  und  der  Aufenthalt  nicht  gestattet  werden.

Ferner  dürfen  zum  Klopfen  gebrauchter  Säcke  Arbeiter  unter  achtzehn
Jahren  nicht  verwendet  werden.

§ 15.

Die  Beschäftigung  der  Arbeiter,  welche  beim  Zerkleinern  oder  Mahlen  der
Thomasschlacke  sowie  beim  Abfüllen,  dem  losen  Lagern  oder  dem  Verladen  des
Thomasschlackenmehls  verwendet  werden,  darf  täglich  die  Dauer  von  zehn  Stunden
nicht  überschreiten.  Zwischen  den  Arbeitsstunden  müssen  Pausen  von  einer  Gesamtdauer
  von  mindestens  zwei  Stunden,  darunter  eine  Pause  von  mindestens
einer  Stunde  gewährt  werden.

Sofern  die  Arbeiter  täglich  nicht  länger  als  sieben  Stunden  beschäftigt
werden,  und  die  Dauer  ihrer  durch  eine  Pause  nicht  unterbrochenen  Arbeitszeit
vier  Stunden  nicht  überschreitet,  braucht  nur  eine  Pause  von  mindestens  einstündiger
  Dauer  gewährt  zu  werden.