Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1909. (43)

    





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vorrichtung  ist,  wenn  es  zur  Verhütung  einer  Betriebsstörung  erforderlich  ist,
unter  sichernden  Maßnahmen  zu  gestatten.

§ 31.

Jedes  Schroten  von  Malz  ist  nach  der  Beendigung  sofort  in  ein  Mahlbuch
  einzutragen,  das  den  Stand  des  an  der  Verwiegungsvorrichtung  befindlichen
Zählwerkes  fortlaufend  nachweist.  Die  Eintragung  muß  von  dem  Brauer  oder
dessen  bevollmächtigtem  Vertreter  eigenhändig  vollzogen,  das  Mahlbuch  monatlich
abgeschlossen  und  spätestens  am  dritten  Tage  des  nächstfolgenden  Monats  der
Hebestelle  eingereicht  werden.  Außerdem  ist  der  Brauer  verpflichtet,  über  alle  in
der  Brauerei  vorkommenden  Einmaischungen  ein  Anschreibebuch  zu  führen;  auch
kann  ihm  die  Führung  eines  weiteren  Buches  über  den  Zu-  und  Abgang  an
Braustoffen  und  des  daraus  gezogenen  Bieres  auferlegt  werden.

§ 32.

[d) Zulassung von Genossenschaftsmühlen.]  Unter  den  erforderlichen  Maßnahmen  darf  gestattet  werden,  daß  mehrere
zur  Vermahlungssteuer  zugelassene  Brauer  eine  Malzsteuermühle  mit  selbsttätiger
Verwiegungsvorrichtung  gemeinschaftlich  besitzen  oder  benutzen.  Bezüglich  der  von
der  Verwiegungsvorrichtung  der  gemeinschaftlich  benutzten  Malzsteuermühle  angezeigten
  Malzmenge  findet  die  Vorschrift  des  §  6  Abs.  7  entsprechende  Anwendung.

  

§ 33.

[Abfindung]  Für  alle  Brauereien,  die  nach  den  Vorschriften  der  §§  27  und  28  zur  Entrichtung
  der  Brausteuer  als  Vermahlungssteuer  nicht  verpflichtet  oder  zeitweilig
daran  gehindert  sind,  kann  nach  näherer  Bestimmung  des  Bundesrats  die  Versteuerung
  durch  Zahlung  einer  Abfindungssumme  für  einen  bestimmten  Zeitraum
angeordnet  werden.

§ 34.

[Aufsichtsbefugnis  der Steuerbeamten: a) Besuch der Gewerbsräume.]  Das  Gebäude,  in  dem  eine  Brauerei  betrieben  wird,  einschließlich  der  zur



      


Aufbewahrung  von  geschrotetem  Malze  oder  von  Zucker  und  zur  Kühlung  und
Gärung  der  Gebräue  dienenden  Räume,  darf,  wenn  die  Brauerei  nicht  im  Betrieb
ist,  nur  von  Morgens  6  bis  Abends  9  Uhr  von  den  Steuerbeamten  zur  Ausübung
  der  Steueraufsicht  besucht  und  muß  ihnen  hierzu  sogleich  geöffnet  werden.
Solange  jedoch  in  der  Brauerei  gearbeitet  wird,  ist  der  Besuch  zu  jeder  Zeit
zulässig.  Die  Brauerei  muß  alsdann  unverschlossen  und  der  Zutritt  unbehindert  sein.

Die  Aussichtsbefugnis  erstreckt  sich  zugleich  auf  die  an  die  Brauerei  anstoßenden,
  mit  ihr  in  Verbindung  stehenden  Räumlichkeiten  und  im  Falle  der
§§  27  bis  32  auch  auf  diejenigen  Räume,  in  denen  Malz  geschrotet  wird.

Innerhalb  der  der  Steueraufsicht  unterliegenden  Räume  dürfen  keine  Einrichtungen
  getroffen  werden,  welche  die  Ausübung  der  gesetzlichen  Aufsicht  hindern
oder  erschweren.  Die  Steuerbehörde  ist  befugt,  anzuordnen,  daß  Öffnungen  in
der  Braustätte,  die  zu  unbemerkten  Zumaischungen  benutzt  werden  könnten,  während
der  Zeit  des  Brauens  unter  Verschluß  gesetzt  werden.