Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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schrift  f  .  ges.  Strafrechts  wissenschet  1899.  —  Faßbender,  Die
Nettung  #n  Bauernstan  us  den  Oänden  des  Wuchers.  München
1886.  Dr.  L.  —  ##  Wucher.  Leipeig  1893.  —  Jahresberichte
  des  VBereins  Leen  wucherische  Ausbeutung  des  Volkes  im
G  rzogtum  Baden,  Karlsruhe.  Ein  näherer  Bericht  über  den  badischen
  Dper  mit  S#pungen  usw.  in  Sohnreys  Wohlfahrtspflege.  —
Müller,  Rettung  des  Elsässer  Bauernstandes.  Straßburg  1896.
Eine  Hiahilfakaß  zur  Bekämpfung  der  wucherischen  Veehleibe.
Land  VIII,  S.  441.  Noch  eine  Kreishilfskasse  zur  Bekämpfung  der
wucherischen  Viehleihe  von  Sparkassenrendant  Herres  in  Wittlich.
Land  VIII,  S.  461.

Die  Bekämpfung  der  Güterschlächterei.

Nicht  jede  Giterzertrün  mn  rung,  selbst  wenn  sie  gewerbsmäßig
betrieben  wird,  ist  als  Güterschlächterei  auszufassen.  Sie  ist  es
vor  allem  da  nicht,  wo  sie  z.  B.  lediglich  die  Herstellung  gesunderer
Grundbesitzverhältnisse  (innere  Kolonisation  im  östlichen  Deutschlandl)
  anstrebt.  Sie  wird  zur  Güterschlächterei  i  —  Wortes
häßlichster  Bedeutung  erst  dann  n  fie  ohne  Rücksicht.
nahme  auf  —niurrs  Gesichtepunkte  gehessur  und
lediglich  wucherische  oder  kapitalistische  Zwecke  verfolgt.  Die
Güterschlächterei  im  eigentlichen  Sinne  des  Wortes  ist  eine  Spekulation
  auf  die  Notlage  einzelner  Besitzer,  sowie  auf  die  Kurzsichtigkeit
  und  Begehrlichkeit  der  kleineren  Leute,  die  bei  den  Versteigerungen
  durch  plumpe,  aber  unfehlbare  Mittel  (unentgeltliche
Verabsolgung  von  Speisen,  Zigarren,  vor  allem  von  Spirituosen!)
geflissentlich  zu  ganz  unverständigem  Bieten  angestachelt  werden.

Barzahlung  selten  erfolgt,  meistens  auch  gar  nicht  gewünscht
wird,  gerät  ein  großer  Teil  der  Käufer  in  Schuldverbindlichkeiten
zu  dem  Güterschlächter,  die  diesem  eine  willkommene  Handhabe  zu
weiteren  Ausbeutungen  und  unsauberen  Geschäften  aller  Art
bieten.  Ein  Beispiel  aus  den  Erhebungen  „Der  Wucher  auf  dem
Lande“  (S.  97)  möge  uns  die  Tätigkeit  der  Güterschlächter  veranschaulichen.
  „Mir  ist,“  so  erzählt  der  Gewährsmann,  O„ein
kleiner  Weiler  in  Oberbayern  bekannt,  der  aus  drei  großen
Bauernhösen,  zwei  Halbbauern  und  einigen  Söldnern  und  Landhäuslern
  besteht.  In  diesem  Weiler  sind  in  der  Zeit  von  etwa
15  Jahren  sämtliche  Anwesen  durch  einen  und  denselben  israelitischen
  Handelsmann  zweimal  gekauft,  zertrümmert  und  verkauft
worden,  zuerst  die  großen  prachtvollen  Bauernhöfe,  bei  welcher
Velegenheit  natürlich  tapfer  von  jedem  einzelnen  eingekanft  worden
  ist:  daun,  als  die  Zahlungsfristen  ni  t  eingehalten  werden
konnten,  kam  es  zum  Wiederverkauf  und  zur  nochmaligen  Zertrümmerung,
  bis  schließlich  die  sämtlichen  Anwesenbesitzer  vergantet
  werden  und  jetzt  im  ganzen  Ort  den  sämtlichen  Insassen
kaum  100  Mk.  zur  Disposition  stehen,  während  vor  dem  Beginn