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dem Ehrgeizigen noch nicht, auch bot sich bald Gelegenheit zu noch reicherem
Erwerb. Die beiden Herzoge von Mecklenburg hatte wegen ihrer Verbindung
mit dem Könige von Dänemark ebenfalls die Reichsacht getroffen; ihr Land
war frei wie das des Pfalzgrafen, und Wallenstein, der Herzog von Friedland
und Sagan, ward mit demselben feierlich belehnt (1629).
Ganz Deutschland lag dem Sieger zu Füßen, selbst die nordischen Könige
waren gedemüthigt oder wenigstens hart bedroht; nur eins fehlte noch, um
den Kaiser zum Diktator in Europa zu machen, nämlich die Herrschaft über
das Meer. Wallenstein hielt sich für mächtig genug, seinen Kaiser auch zu
dieser Höhe emporzuheben, in der stolzen Ueberzeugung, ihm dadurch vollkommen
unentbehrlich zu werden. Dann war Dänemark vernichtet, Schweden
im Zaum gehalten, die reich entfaltete Blüthe des holländischen Handels für
immer zerstört.
Schon vor seiner Erhebung zum Herzoge von Mecklenburg hatte er sich
mit diesem Plane herumgetragen; seine Ernennung zum General des oceanischbaltischen
Neeres war schon im Jahre 1628 ausgefertigt. Unverzüglich war
er von Mecklenburg nach Pommern aufgebrochen, wo damals der schwache
Bogislaw XIV., der letzte Herzog des einst so kühnen slavischen Fuͤrstenstam
mes, regierte. Da letzterer den Durchzug schwedischer Truppen gelitten hatte,
konnte er sich Wallensteins Einrücken auch nicht einmal vom Standpunkte des
Rechtes entgegensetzen. Bald waren alle Plätze seines Gebietes mit kaiserlichen
uppen besetzt, und litten natürlich harten Druck, obgleich das Lieferungswesen
geregelt, und wenn die Leistungen richtig erfolgten, strenge Mannszucht gehalten
wurde. Nur Stettin, der Wohnsitz des Herzogs, blieb vor Besatzung verschont,
doch mußte es sich durch eine Kriegssteuer von 50,000 Thalern von dieser
Bürde loskaufen. Auch Stralsund suchte um eine ähnliche Vergünstigung nach,
weigerte sich aber, die äußerst starke Contribution von 150,000 Thalern dafür
zu erlegen.
Stralsund war eine wichtige Stadt des Hansebundes, die sechste ihrem
Range nach; reich durch den damals bedeutenden Seehandel, sicher wegen ihrer
Lage, denn von der einen Seite schützte sie das Meer, von der andern breiter
undurchdringlicher Sumpf. Schon längst fast unabhängig von ihrem Landesherrn,
wollte fie sich um so weniger einem fremden Machtgebote fügen. Wallenstein
schritt zu Gewaltmaßregeln, und nun begann jener denkwürdige Kampf
der muthigen Stadt, welche allein in Deutschland, nebst Magdeburg, doch
glücklicher als diese edle Bundesgenossin, gegen den damals allmächtigen Kaiser
ihren Glauben wie ihre Selbstständigkeit zu vertheidigen, und dem Alles siegreich
niederschmetternden Feldherrn zu trotzen wagte, vor dessen unwiderstehlicher
Kraft bis dahin sich noch jeder Gegner gebeugt hatte.
Vom Februar bis zum August 1628 ertrugen die wackern Bürger, nur
von vier Fähnlein dänischer Kriegsvölker und einigen schwedischen Truppen,
welche ihnen Gustap Adolph auf ihre Bitten gesendet hatte, unterstützt, — da