560 Dampftopf — Darmeingießung.
als jene der Dampfkompressen; in jenen Fällen, wo Druck wegen großer Empfindlichkeit
nicht ertragen wird, muß man die Flasche nicht vollständig füllen, aber
das Wasser um so heißer machen, um die Abkühlung zu verhüten.
Dampftopf. Einen besonders zu diesem Zweck hergestellten bringt
unsere deihnung (Fig. 332). Die Verdunstungsfläche ist größer als bei den
meisten Kochgeschirren und der Spiritusverbrauch nicht bedentend.
Durch Nachgießen von kaltem Wasser läßt sich die Dampfmenge
vermindern, das Verlöschen des Lämpchens geschieht
durch Hervorziehen desselben und Bedecken mit einer Kappe
aus Blech. Wer aber keinen solchen Dampftopf (es gibt auch
noch anders gebaute) anschaffen will, der kommt auch mit dem
einfachsten Spirituskocher zurecht. Er muß dabei nur vorsichtig
zu Werke gehen.
Darmblutung. Die gewöhnlichsten Darmblutungen
sind bei Hämorrhoiden (goldene Ader) und bei Darmgeschwüren
(Typhus); bei Magengeschwüren wird auch Blut mit
dem Kote ausgeschieden. Reines Blut geht bei Darmkrebs ab.
Fig. 35 Wenn man glaubt, Blutabgang konstatieren zu können, so
Vallonspritze. zögere man keinen Augenblick mit der ärztlichen Untersuchung;
denn jeder Abgang von Blut, von wo er immer kommen mag,
bedeutet eine krankhafte Störung, die mitunter auch sehr ernst werden kann.
Kleine Hämorrhoidalblutungen wirken oft erleichternd, beseitigen altes Blut;
große Blutungen dagegen können sehr schwächen und dürfen nicht leicht genommen
werden. Blutungen bei Darmkrebs machen die Kranken bald schwer anämisch.
Behandlung. Diese ist je nach der Ursache der Blutung verschieden;
allein Ruhe,
strenge Diät
(Schleimsuppen,
Zitronenwasser
in klei-,..
..... nen Mengen),
Fig. 334. Klystier in Seitenlage. zuweilen heiße
Bauchflasche
werden stets günstig einwirken. Bei Afterknoten (Hämorrhoiden) muß durch
Druckverband, Regelung des Stuhles, zuweilen auch operativ eingewirkt werden.
Bei Wucherungen im Darme ist oft nur die operative Beseitigung derselben
auf die Blutung von Einfluß. Selbstbehandlung ist ausgeschlossen.
Darmeingießung, auch „Klystier“ oder „Klysma“ genannt. Man
unterscheidet dreierlei Arten: kleine Bleibeklystiere (zwei bis drei Eßlöffel),
größere, warme Entleerungsklystiere (ein Liter Wasser) und Eingießungen
bis drei Liter mit langem Rohr und in Knie-Ellenbogenlage. Das erstere wird
kalt genommen, hat den Zweck, den Darm anzuregen und zu kräftigen, das