874 Pereizigie Siaaien von Merdamerihs und Kanada. (März 17.—D-pril 5.)
waffnete Wache zu verbringen, zum Schutze der Schiffe und des Leben:
der an Bord befindlichen Personen.
Weiter meldet „Associated Preß“: Ob andere neutrale Regierungen
bewaffnete amerik. Schiffe in ihren Häfen zulassen wollen, sei eine Frage.
die sie entscheiden müßten; es werde aber in Washington nicht erwartct.
daß Einwendungen erhoben werden würden; Holland sei der ein zige Neutrale,
der seine Häsen bewaffneten Handelsschiffen verschlossen habe. Die
Beamten des Staatsdepartements hätten keine Aufklärung darüber geben
wollen, ob alle amerik. Schiffe Waffen haben müßten, oder ob sie ohne
Waffen fahren könnten, wenn sie dies wünschten.
Ferner beschließt das Staatsdepartement, fremde Handelsschiffe
aus amerik. Häfen auszuklarieren, selbst wenn sie sowohl vorn wie hinten
bewassnet sind.
17. März. Ablehnung des merik. Ausfuhrverbotsvorschlages.
„Associated Preß“" berichtet aus Washington: Das Staatsdepartement
veröffentlicht eine Note an General Carranza, in der der Vorschlag abgelehnt
wird, daß die Neutralen durch ein Ausfuhrverbot von Materici
an die Rriegführenden in Europa den Frieden erzwingen sollen. Die
Weigerung wird damit begründct, daß gegenwärtig offenbar keine Hoffnung
auf einen Frieden bestehe, was durch das Mißlingen der Anstrengungen
Wilsons und durch Deutschlands Versuche bewiesen sei, Mexiko und Javaon
in einen Krieg mit Amerika zu verwickeln. Außerdem sei man der Ansicht,
daß jede Einschränkung des Handels mit den Kriegführenden unneutral wäre.
21. März. Präsident Wilson beruft den Kongreß zu einer ao.
Tagung auf den 2. April ein.
Das Staatsdepartement gibt darüber an die Presse solgende amtliche
Mitteilung: Die Einberufung des Kongresses geschah, um den Kongreß
selbst in die Lage zu setzen, den Kriegszustand, der heute tatsächlich zwischen
den Ver. St. und Deutschland besteht, offiziell zu machen.
24. März. Das Staatsdepartement kündigt formell die Abberufung
des „Hilfsausschusses in Belgien“ an. (S. S. 572 ff.)
27. März. Aufhebung der preußisch-amerik. Verträge.
„Reuter“ meldet aus Washington: Der Wortlaut der (ausweichenden
amerik. Antwort auf den durch Vermittlung des schweiz. Gesandten gemachien
Vorschlag zu einer breitern Auslegung der preuß.-amerik. Verträge
von 1799 und 1828 (s. S. 367) ist jetzt bekanntgeworden. Die Regierung
der Ver. St. beruft sich auf die „offenkundige Verletzung dieser Verträge
durch Deutschland“ sowie auf „Deutschlands Geringschätzung für die Satzungen
der internationalen Höflichkeit“. An einer Stelle heißt es: „Unsere
Regierung erwägt ernstlich, ob diese Verträge infolge der offenbaren Verletzung
ihrer Bestimmungen durch Deutschland nicht bereits aufgehoben
sind. Allem Anschein nach ist die Eigenschaft der Gegenseitigkeit nach dem
Auftreten der deutschen Behörden aufgehoben.“
31. März. Auf den dän. Antillen wird die amer. Flagge gehißt.
Sie heißen künftig „Virgin-Islands of the United States“. (S. S. 598.)
2.—5. April. (Kongreß.) Erklärung des Kriegszustandes mit
Deutschland.
Der neugewählte Kongreß tritt zu einer Sondertagung zusammen.
Das Stimmenverhältnis hat sich wenig geändert, da von 435 Mitgliedern