Full text : Handbuch des geltenden Öffentlichen und Bürgerlichen Rechts.

Unterrichtswesen  (Volksschulen).  497

verwaltet  (2.  AusfAnw.  III,  4f.).  Bezüglich  der  an  die  kleinen  Verbände
zu  leistenden  Zuschüsse  unterscheidet  das  G.:  a)  den  allgemein  zur  Untersttützung
  bestimmten,  durch  den  Etat  bereitzustellenden  Betrag,  welcher  am
31.  3.  08  hierfür  den  Regierungen  überwiesen  ist.  Dieser  Dispositionsfonds
  für  widerrufliche  Staatsbeihilfen,  welcher  bislang  ungeteilt  der  freien
Verfügung  der  Unterrichtsverwaltung  unterstand,  ist  also  somit  hinsichtlich
der  kleinen  Verbände  gesetzlich  festgelegt  worden.  Die  Oberverteilung  des
Betrages  auf  die  Provinzen  erfolgt  durch  die  Zentralbehörden  (§  19);
Db)  Einen  alljährlich  bereitzustellenden  Betrag  von  5  Millionen  M.,  zur
Ausgleichung  von  Unbilligkeiten  benutzt  (§  20);  c)  laufende  Ergänzungszuschüsse
  aus  Zentralfonds  für  einzelne  Verbände  zur  Errichtung  neuer
Schulstellen  (§  21);  d)  widerrufliche  Ergänzungszuschüsse,  für  jeden  Kreis
in  Höhe  der  Hälfte  des  von  seinen  Verbänden  nach  §  14  anzusammelnden
Baufonds  bereitzustellen  (§  22);  e)  vorübergehend  bewilligte  Ergänzungszuschüsse,
  z.  B.  Bauhilfen.  —  Die  den  Provinzen  gem.  §§  19,  20  zufallenden
  Beträge  werden  von  den  ObPräs.  auf  die  einzelnen  Landkreise
verteilt.  Den  so  entstehenden  Kreisfonds  wachsen  die  gem.  §  21  den
einzelnen  Verbänden  aus  Zentralfonds  bewilligten  (versuchsweise  Dezentralisation
  der  Bewilligung  ME.  11.  3.  10,  U  Bl.  430)  Ergänzungszuschüsse
  zu,  und  ebenso  schließlich  die  gem.  §  22  bereitzustellenden  Staatsbeiträge;
  dagegen  verbleiben  die  vorübergehend  bewilligten  Ergänzungszuschüsse
  im  Zentralfonds  (2.  ABest.  II  u.  III,  6;  gleicher  M  E.  11.33.  10,  a.  O.
441,  für  Bauhilfen).  Die  Unterverteilung  der  Staatsbeihilfen  zu  a—d.
auf  die  Verbände  geschieht  nach  einem  vom  Kr.  für  je  5  Jahre  aufzustellenden,
  von  der  Sch  Aufs-Beh.  festzustellenden  Verteilungsplan;  gegen  die
Feststellung  steht  dem  Kr  A.  binnen  4  Wochen  Beschwerde  an  den  Unterr  Min.
zu,  welcher  endgültig  entscheidet.  Abänderung  des  Plans  erfolgt  in  bestimmten
  Fällen  durch  den  Kr  A.,  wogegen  Beschwerde  an  den  Prov  Rat
gegeben  ist.  Mindestens  5  %  sind  stets  für  einmalige  Ergänzungszuschüsse
  bereitzustellen  (§  23).  —  Für  die  Finanzverwaltung  der  einzelnen
Schul  Verbd.  sind  schließlich  bestimmte  Regeln  gegeben.  Sie  haben  einen
Schulhauszhaltsetat  aufzustellen  (Muster  im  ME.  12.  5.  94,  U  Bl.  422)  und
eine  Schulkasse  einzurichten;  soweit  der  Verband  durch  eine  Gemeinde  gebildet
  wird,  genügt  die  Aufnahme  des  Etats  in  den  allgemeinen  Etat  und  kann
die  Gründung  der  Kasse  unterbleiben;  sonst  ist  dies  nur  mit  Genehmigung
der  AufsBeh.  zulässig.  Ebenso  sind  Mittel  für  kleinere  Reparaturen  bereitzustellen
  und  sind  die  kleinen  Verbd.  verpflichtet,  nach  Maßgabe  des  §
14  einen  Baufonds  anzusammeln  und  bei  einer  öffentlichen  Kasse  zu  belegen
(§§  11—16);  wegen  der  schon  nach  bisherigem  Rechte  bestehenden  Ansammlung
  außerordentlicher  Baufonds  vgl.  §  47  Zust  G.  (ME.  18.  7.  84,
U.  Zl.  236,  OVG.  32,  192).  Die  Ansammlung  kann  unterbleiben,  wenn
die  Aufs  Beh.  es  zuläßt,  insbesondere  soweit  die  Baukosten  von  Dritten
zu  decken  sind  (§  14  Abs.  2  und  3).

b)  Maß  und  Umfang  des  zur  Befriedigung  des  Volksschulwesens
  Nötigen  bestimmt  die  Aufs  Beh.  Einen  Schutz  gegen
übermäßige  Anforderungen  gab  zunächst  das  Zust  G.,  am  einfachsten  für
die  Gemeinde  als  Trägerin  der  Schullast.  Hat  der  Landrat,  bzw.  der
Regierungspräsident  für  Städte,  die  Zwangsetatisierung  verfügt,  d.  h.  die

Zelle,  Handbuch.  6.  Aufl.  32