Reichs= und Staatsangehbrigkeitsgesetz. 8 31. 125
im Besitz eines Reisepapieres oder Heimatsscheines befindet,
von dem Zeitpunkte des Ablaufs dieser Papiere an gerechnet.
Sie wird unterbrochen durch die Eintragung in
die Matrikel eines Bundeskonsulats. Ihr Lauf beginnt
von neuem mit dem auf die Löschung in der Matrikel
solgenden Tage.
Der hiernach eingetretene Verlust der Staatsangehörigkeit
erstreckt sich zugleich auf die Ehefrau und die unter
väterlicher Gewalt stehenden minderjährigen Kinder, soweit
sie sich bei dem Ehemann, beziehungsweise Vater befinden.
Für Norddeutsche, welche sich in einem Staate des Auslandes
mindestens fünf Jahre lang ununterbrochen aufhalten
und in demselben zugleich die Staatsangehörigkeit
erwerben, kann durch Staatsvertrag die zehnjährige Frist
bis auf eine fünfjährige vermindert werden, ohne Unterschied,
ob die Beteiligten sich im Besitze eines Reisepapieres
oder Heimatscheines befinden oder nicht.
Norddeutschen, welche ihre Staatsangehörigkeit durch
zehnjährigen Aufenthalt im Auslande verloren und keine
andere Staatsangehörigkeit erworben haben, kann die
Staatsangehörigkeit in dem früheren Heimatsstaate wieder
verliehen werden, auch ohne daß sie sich dort niederlassen.
Norddeutsche, welche ihre Staatsangehörigkeit durch zehnjährigen
Aufenthalt im Auslande verloren haben und demnächst
in das Gebiet des Norddeutschen Bundes zurückkehren,
erwerben die Staatsangehörigkeit in demjenigen
Bundesstaate, in welchem sie sich niedergelassen haben,
durch eine von der höheren Verwaltungsbehörde ausgefertigte
Aufnahmeurkunde, welche auf Nachsuchen ihnen erteilt werden
muß.
5. zehnjährigen. Zweifellos findet § 31 Anwendung auch auf
den Verlust durch fünfjährigen Aufenthalt nach § 21 Abs. 3. Erl. 4.
6. wenn er keinem Staate angehört. Bisher war streitig, ob
das in dem alten § 21 Abs. 5 gegebene Recht davon abhing, daß
der ehemalige Deutsche inzwischen keine fremde St A. erworben
hatte. Im allgemeinen bejahte man dies, auf Grund der Entstehungsgeschichte
der Vorschrift, entgegen ihrem Wortlaut.
Das neue Gesetz gibt eine andere Lösung. Entscheidend ist nicht
das Geschehen innerhalb der Frist, sondern der Zustand bei ihrem
Ablauf. Ob man zwischenein eine andere St A. besessen hat, ist
gleich. Es kommt nur darauf an, ob man zur Zeit der Antragstellung
keine andere StA. hat.