Metadata : Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

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Die  Krankheit  beginnt  in  den  ersten  Tagen  nach  der
Geburt  mit  Anschwellung  und  Rötung  der  Auglider.

Bald  quillt  dann  aus  der  Lidspalte  dünn  bräunliche
Flüssigkeit  hervor  und  in  den  folgenden  Tagen,  wenn  man
die  geschwollenen  Lider  von  einander  zieht,  dicker  eiteriger
Schleim.  Von  diesem  Schleim  wird  auch  der  Augapfel
leicht  angegriffen  und  die  klare  Hornhaut  desselben  getrübt.

Diese  Augenentzündung  kommt  dann  zu  stande,  wenn
dem  Kinde  bei  der  Geburt  bösartiger  Schleimfluß  aus  der
Scheide  der  Mutter  in  die  Lidspalte  gedrungen  ist.

Die  Hebamme  wird  hiernach  einsehen,  wie  außerordentlich
  wichtig  es  ist,  daß  sie  dem  Kinde,  sobald  der  Kopf
geboren  ist,  diesen  verderblichen  Schleim  sofort  mit  reinem
Wasser  von  den  Augen  abwäscht.  Von  der  Sorgfalt,
welche  sie  hierbei  anwendet,  wird  oft  die  Gesundheit  der
Augen  des  Kindes  abhängig  sein.  Im  Uebrigen  richte  sie
sich  nach  den  im  §  218  angegebenen  Vorschriften.

Ist  trotz  der  beobachteten  Vorsicht  die  Krankheit  beim
Kinde  ausgebrochen,  so  ist  sofort  ein  Arzt  hinzuzuziehn.
Bis  zu  seiner  Ankunft  sorge  die  Hebamme  durch  fleißiges
Auswaschen  der  Augen  für  Entfernung  des  angesammelten
eitrigen  Schleims  und  lege  mit  kleinen  Leinwandpolstern
kalte  Aufschläge  auf  die  Augen.  Sie  nehme  sich  dabei
auch  sehr  in  Acht,  daß  sie  nichts  von  dem  ansteckenden
Schleim  auf  ihr  eignes  oder  andere  Augen  übertrage.

6.  Von  der  Entzündung  der  Brüste  bei
Neugeborenen.
8.  325.

Anschwellung  der  Brüste  sind  eine  bei  Neugeborenen,
Knaben  sowohl  als  Mädchen  gewöhnliche  Erscheinung.  Es