Full text : Das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

30  Reichs=  und  Staatsangehörigkeitsgesetz.

Für  die  Ral  bestehen  keine  besonderen  Erwerbs=  und
Verlustgründe,  sie  ist,  wie  bereits  dargelegt,  mit  der
St  A.  eines  Bundesstaats  oder  Elsaß-Lothringens  verbunden
  und  teilt  deren  Schicksal.

Bei  mehrfacher  St  A.  erlischt  die  RA.  nur  dann,  wenn
alle  einzelnen  St  A.  erlöschen.  8  20.

Die  Anstellung  im  Reichs=  und  Staatsdienst
gilt  in  den  Fällen  14  und  15  Abs.  1  als  Aufnahme  oder
Einbürgerung,  in  den  Fällen  15  Abs.  2  und  34  gibt  sie
dagegen  nur  eine  Voraussetzung  für  den  Erwerb  des
Bürgerrechts.  Inwieweit  diese  Vorschriften  auf  die  U  .
anzuwenden  sind,  ist  in  den  Erläuterungen  besprochen.

Der  Ausweis  über  die  St.

Wer  die  Rechte  der  Zugehörigkeit  zum  Deutschen  Reiche
in  Anspruch  nimmt,  muß  den  Behörden  nachweisen,  daß
er  Deutscher  sei.

Die  Frage  des  Ausweises  über  das  Bürgerrecht  ist
daher  eine  der  wichtigsten  dieses  Rechtsgebietes.  Gleichwohl
  entbehrt  sie  noch  fast  ganz  der  erforderlichen  Regelung.
Es  sind  nur  Bestimmungen  über  die  Form  der  Ausweise
vorgesehen  —  §  39  —,  dagegen  nicht  ein  Verfahren,  in
welchem  das  deutsche  Staatsbürgerrecht  Zweifelsfällen  festgestellt
  werden  kann  und  muß.

Der  Nachweis  des  Besitzes  einer  deutschen  St  A.  ist  nur
dann  einfach,  wenn  Bestallung  als  Beamter,  Aufnahmeoder
  Einbürgerungsurkunde  oder  Staatsangehörigkeitsausweis
  des  Antragstellers  oder  eines  seiner  Vorfahren
vorgelegt  werden  können.  Das  sind  aber  nur  Ausnahmefälle.
  Der  Mehrzahl  der  Deutschen  würde  es  nicht  leicht  sein,
nachzuweisen,  daß  sie  eine  St  A.  und  damit  die  Ra.  besitzen.