Full text : Bismarck und das päpstliche Rom.

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staates  mit  dem  Interesse  und  der  Ehre  Frankreichs  für  unvereinbar
  hielt.

Bei  dem  Zusammenschluß  des  engeren  Deutschland  unter
preußischer  Vorherrschaft  blieb,  seit  dem  Tage,  da  der  Jesuitenpater
  Canisius  die  Wittelsbacher  wieder  an  die  römische  Kette
gebracht  hatte,  das  römisch-katholische  Bayern  die  am  schwersten
zu  umschiffende  Klippe.  Friedrich  der  Große  hatte,  um  es  von
dem  habsburgischen  Österreich  loszubringen,  nichts  Geringeres
dransetzen  müssen,  als  den  Wittelsbachern  die  Kaiserkrone  zuzuwenden.
  Wie  sehr  er  dieses  Bayern  als  den  Grund-  und
Eckstein  eines  deutschen  Nationalreiches  ansah,  bekundete  er
1778  wiederholt  dadurch,  daß  er,  um  seiner  Annektion
durch  Österreich  vorzubeugen,  noch  einmal  ins  Feld  rückte.  Wie
denn  umgekehrt  Napoleon  I.  Bayern  als  weitest  vorgeschobenen
und  wichtigsten  Vorposten  für  seinen  ‚Rheinbund‘  nutzte,
durch  den  er  zugleich  Österreich  und  Preußen  aus  dem  Deutschen
  Reiche  hinausdrängte  und  letzteres  unmöglich  machte.
Durch  die  Verständigung  mit  dem  Napoleonischen  Bayern,  das
als  souveränes  Königtum  fortbestehen  sollte  (Vertrag  zu  Ried),
brachte  Metternich  dieses  wieder  an  die  Seite  Österreichs,  dem
es  vor  allem  dazu  diente,  keinen  deutschen  Nationalstaat  unter
preußischer  Führung  wieder  aufkommen  zu  lassen.  Ein  meisterhafter
  Schachzug  des  Reichsbaumeisters  nach  dem  entscheidungsvollen
  Tage  von  Königgrätz  hat  darin  bestanden,  daß  er  Bayern
intakt  beließ  und  dies,  obgleich  König  Wilhelm  die  Anspach-Bayreuth’schen
  Landesteile,  die  einst  den  Hohenzollern  gehört  hatten,
nur  zu  gern  eingefordert  hätte.  Dadurch  behielt  das  Königreich
Bayern  eine  starke  protestantische  Beimischung,  verlor  es  seinen
ausschließlich  römisch-katholischen  Charakter.  Daß  das  ‚‚katholische‘‘
  Bayern  es  im  entscheidenden  Augenblicke  mit  Preußen-Deutschland
  halten  werde,  konnte  man  in  den  Tuilerien  und
wohl  auch  in  der  Wiener  Hofburg  so  wenig  fassen,  wie  im
Vatikan.  Zum  mindesten  hoffte  man  auf  seine  Neutralität.
Als  die  französische  Kriegserklärung  erfolgte,  gewannen  es  die
Römlinge  und  bayrischen  Partikularisten  zwar  über  den  Ausschuß
  des  Abgeordnetenhauses,  die  erforderlichen  Gelder  nur
zur  „Aufrechterhaltung  bewaffneter  Neutralität“
bewilligen  zu  wollen,  indes  die  Regierung  erlangte  in  letzter
Stunde,  daß  die  Volksboten  ihren  eigenen  Ausschuß
verleugneten  und  die  Kriegführung  genehmigten.  Die  Ent-Böhtlingk,

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