Full text : Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin. 1917. (107)

Sonderamtsblatt
der  Königlichen  Regierung  in  Stettin.

 

Ausgegeben  am  1.  März  1917.

 

Bekanntmachung
Nr.  3300/1.  17.  2.  K.  Ia,
betreffend  Bestandserhebung  und  Beschlagnahme  von  Korkholz,  Korkabfällen  und
den  daraus  hergestellten  Halb-  und  Fertigfabrikaten.
Vom  1.  März  1917.

Nachstehende  Bekanntmachung  wird  auf  Ersuchen
  des  Königlichen  Kriegsministeriums  hiermit
  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht  mit  dem

Bemerken,  daß,  soweit  nicht  nach  den  allgemeinen
Strafgesetzen  höhere  Strafen  verwirkt  sind,  jede
Zuwiderhandlung  gegen  die  Beschlagnahmevorschriften
  nach  §6  )  der  Bekanntmachung  über  die
Sicherstellung  von  Kriegsbedarf  vom  24.  Juni
1915  (Reichs-Gesetzbl.  S.  357)  in  Verbindung  mit
nden  Ergänzungsbekanntmachungen  vom  9.  Oktober
  1915  und  vom  25.  November  1915  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  645  und  778)  und  vom  14.  September
1916  (Reichs-Gesetzbl.  S.  1019)  und  jede  Zuwiderhandlung
  gegen  die  Meldepflicht  nach  §  5““)  der

Bekanntmachungen  über  Vorratserhebungen  vom

2.  Februar  1915,  3.  September  1915  und  21.  Ok- 



*)  Mit  Gefängnis  bis  zu  einem  Jahre  oder  mit  Geldstrafe
  bis  zu  zehntausend  Mark  wird,  sofern  nicht  nach  den  allbemeinen
  Strafgesetzen  höhere  Strafen  verwirkt  sind,  bestraft:

2.  wer  unbefugt  einen  beschlagnahmten  Gegenstand  beiseiteschafft,
  beschädigt  oder  zerstört,  verwendet,  verkauft
  oder  kauft,  oder  ein  anderes  Veräußerungsoder
  Erwerbsgeschäft  über  ihn  abschließt;
wer  der  Verpflichtung,  die  beschlagnahmten  Gegenstände
  zu  verwahren  und  pfleglich  zu  behandeln,

zuwiderhandelt;

4.  wer  den  nach  §  5  erlassenen  Ausführungsbeftmmungen

  zuwiderhandelt.

**)  Wer  vorsätzlich  die  Auskunft,  zu  der  er  auf
Grund  dieser  Verordnung  verpflichtet  ist,  nicht  in  der  gesetzten
Frist  erteilt  dder  wissentlich  unrichtige  oder  unvollständige
  Angaben  macht,  wird  mit  Gefängnis
bis  zu  6  Monaten  oder  mit  Geldstrafe  bis  zu
jehntausend  Mark  bestraft,  auch  können  Vorräte,  die
verschwiegen  sind,  im  Urteil  für  dem  Staate  verfallen
erklärt  werden.  Ebenso  wird  bestraft,  wer  vorsätzlich  die
vorgeschriebenen  Lagerbücher  einzurichten  oder  zu  führen  unterläßt.

Wer  fahrlässig  die  Auskunft,  zu  der  er  auf  Grund
dieser  Verordnung  verpflichtet  ist,  nicht  in  der  gesetzten  Frist
erteilt  oder  unrichtige  oder  unvollständige  Angaben
macht,  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  dreitausend
Mark  oder  im  Unvermögensfalle  mit  Gefängnis  bis  zu
sechs  Monaten  bestraft.  Ebenso  wird  beftraft,  wer  fahrlissig
  die  vorgeschriebenen  Lagerbücher  einzurichten  oder  zu
führen  unterläßt.

 

tober  1915  (Reichs-Gesetzbl.  S.  54,  549  und  684)
bestraft  wird.  Auch  kann  der  Betrieb  des
Handelsgewerbes  gemäß  der  Bekanntmachung  zur
Fernhaltung  unzuverlässiger  Personen  vom
Handel  vom  23.  September  1915  (Reichs-Gesetzbl.
S.  603)  untersagt  werden.

81.

Von  der  Bekanntmachung  betroffene  Gegenstände.

Von  dieser  Bekanntmachung  werden  betroffen:


a)  Korkholz  (Rinde  des  Korkholzes),  Zierkorkholz
  und  Korkbrocken,

b)  Korkabfalle,  Korkschrot,  Korkmehl  sowie
alle  sonstigen  bei  der  Korkverwertung  sich
ergebenden  Korkrückstände,

c)  neue  und  gebrauchte  Korkstopfen  (Pfropfen),

  Korkspunde  und  Korkscheiben,

d)  neue  und  gebrauchte  Korkringe  und  Korkfender,


e)  alle  übrigen  vorstehend  nicht  genannten
Fabrikate  aus  Kork  (auch  gebrauchte),  soweit
  in  ihnen  der  Kork  in  unverändertem
Zustande  enthalten  und  nicht  mit  anderen
Stoffen  fest  verbunden  ist  (also  z.  B.  nicht
Korksteine,  Linoleum,  Isoliermittel  usw.).

§2.
Beschlagnahme.
Alle  im  §  1  aufgeführten  Gegenstände  werden
hiermit  beschlagnahmt.

83.
Wirkung  der  Beschlagnahme.

Die  Beschlagnahme  hat  die  Wirkung,  daß  die
Vornahme  von  Veränderungen  an  von  ihr
berührten  Gegenständen  verboten  ist  und  rechtsgeschäftliche
  Verfügungen  über  diese  nichtig  sind,
soweit  sie  nicht  auf  Grund  der  nachstehenden  An—
ordnungen  (88  4  und  5)  erlaubt  werden.  Den