Metadaten : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

Maas  angelangt.  Auch  der  Gegner  hatte  schwer  gelitten.  Die  Anzeichen
dafür  hatten  sich  von  Tag  zu  Tag  gemehrt.  Wenn  das  einst  stolzeste
Heer,  das  die  Welt  je  gesehen,  zu  dem  letzten  Widerstand  nicht  berufen
war  —  der  Feind  hat  es  nicht  bezwungen.

Von  diesen  meinen  Führern  und  Truppen,  unter  denen  ungezählte
mir  Freunde  geworden  waren,  nach  vierjährigem  weltgeschichtlichen  Erleben
unter  solchen  Umständen  Abschied  zu  nehmen,  ist  der  schwerste  Tag
meines  Lebens  gewesen.  Der  letzte  Gruß,  den  ich  als  ihr  Oberbefehlehaber
  an  die  heldenhaften  Armeen  richten  konnte,  erging  am  II.  aus
meinem  Sauptquartier  Vielsalm:

An  meine  Armeen!

Nachdem  Seine  Masestät  der  Raiser  den  Oberbefehl  niedergelegt  hat,
bin  auch  ich  durch  die  Verhältnisse  gezwungen,  nun,  da  die  Waffen  ruhen,
von  der  Führung  meiner  Seeresgruppe  zurückzutreten.  Wie  immer  bieher,
  so  kann  auch  heute  ich  meinen  tapferen  Armeen,  sedem  einzelnen
Mann,  nur  aue  tiefstem  Serzen  danken  für  ihren  Zeldenmut,  für  Opferfreudigkeit
  und  DEntsagung,  mit  der  sie  allen  Gefahren  ins  Auge  gesehen.
und  alle  Entbehrungen  willig  für  das  Daterland  ertragen  haben  in  guten
und  in  bösen  Tagen.

Mit  den  Waffen  ist  die  Seeresgruppe  nicht  besiegt!  Sunger  und
bittere  Not  haben  uns  bezwungen!  Stolz  und  hocherhobenen  ZSauptes.
kann  meine  Seeresgruppe  den  mit  dem  besten  deutschen  Blut  erkämpften
Boden  Frankbreichs  verlassen.  Ihr  Schild,  ihre  Soldatenehre  ist  fleckenlos
und  rein.  Ein  jeder  sorge,  daß  sie  es  bleibe,  hler  und  später  in  der  Zeimat.

Vier  lange  schwere  Jahre  durfte  ich  mit  meinen  Armeen  sein  in  Sieg
und  Not,  vier  lange  Jahre  gehörte  ich  mit  ganzem,  vollem  Serzen  meinen
treuen  Truppen.  Tief  erschüttert  scheide  ich  heute  von  ihnen  und  neige
mich  vor  der  gewaltigen  Größe  ihrer  Taten,  die  die  Geschichte  einst  in
flammenden  Worten  den  späteren  Geschlechtern  künden  wird.

Nun  steht  zu  Lueren  Führern  treu  wie  bisher,  bie  ihr  Befehl  Euch
freigeben  kann  für  Weib  und  RZind,  für  Seimat  und  Serd.  Gott  mit
Euch  und  unserem  deutschen  Vaterlande!

Der  Oberbefehlohaber

Wilhelm
Tronprinz  des  Deutschen  Reiches  und  von  Hreußen.

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