Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1881. (58)

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1)  Wege=  2c.  Abgaben  (Brücken=  und  Pflastergeld).
V  III.  Die  Wege=  2c.  Abgaben  werden  nach  den  betreffenden,  zur  öffentlichen  Kennt-Uiß
  gebrachten  Tarifen  erhoben.
8)  Postillonstrinkgeld.

IX.  Das  Postillonstrinkgeld  beträgt  ohne  Unterschied  der  Bespannung  für  jeden
Postillon  für  das  Kilometer  10  Pf.

h)  Rückbenützung  einer  Extrapost.

X.  Extrapostreisende,  die  sich  am  Bestimmungsorte  ihrer  Reise  nicht  über  sechs
Stunden  aufhalten,  haben,  wenn  sie  mit  den  auf  der  Hinreise  benützten  Pferden  beziehungsweise
  Wagen  einer  Station  die  Rückfahrt  bis  zu  dieser  Station  bewirken  wollen
und  sich  vor  der  Abfahrt  darüber  erklären,  für  die  Rückfahrt  nur  die  Hälfte  der  nach
den  Sätzen  unter  a,  b,  c  und  g  sich  ergebenden  Beträge  zu  entrichten,  mindestens  jedoch
  für  die  ganze  Fahrt  die  Kosten  für  eine  Hinbeförderung  von  15  Kilometern.  Eine
Entschädigung  für  das  sechsstündige  Stilllager  des  Gespanns  und  des  Postillons  ist
meht  zu  zahlen.  Zwischen  der  Ankunft  und  dem  Antritt  der  Rückfahrt  muß  den  Pferen
  eine  Ruhezeit  mindestens  von  der  Dauer  der  einfachen  Beförderungsfrist  gewährt
werden.  Will  der  Reisende  auf  der  Rückfahrt  eine  andere  Straße  nehmen,  als  auf  der
Hinfahrt,  so  wird  die  ganze  Fahrt  als  eine  Rundreise  angesehen,  auf  welche  vorstehende

estimmungen  nicht  Anwendung  finden.  Bei  Kurierreisen  ist  eine  Rückbenützung  der
auf  der  Hinreise  verwendeten  Pferde  bezw.  Wagen  nicht  zulässig.
i)  Vorausbestellung  von  Extrapost=  oder  Kurierpferden.

XlI.  Reisende  können  durch  Laufzettel  Extrapost=  oder  Kurierpferde  vorausbestellen.
Die  Wirkung  der  Pferdebestellung  beschränkt  sich  auf  24  Stunden,  für  welche  der  Reiende
  auch  bei  unterbliebener  Benützung  der  Pferde  nur  das  Wartegeld  zu  zahlen  verbunden
  ist.  In  dem  Laufzettel  muß  Ort,  Tag  und  Stunde  der  Abfahrt,  die  Zahl  der
Pferde  und  der  Reiseweg  mit  Benennung  der  Stationen  angegeben,  auch  bemerkt  werden,
ob  die  Reise  im  eigenen  Wagen  erfolgt,  oder  ob  ein  Stationswagen  verlangt  wird,  sowie
  ob  und  mit  welchen  Unterbrechungen  die  Reise  stattfinden  soll.  Die  Abfassung
solcher  Laufzettel  ist  Sache  des  Reisenden.  Die  Postverwaltung  hält  sich  an  denjenigen,
welcher  den  Laufzettel  unterschrieben  hat.  Ist  der  Reisende  nicht  am  Orte  ansässig  oder
sonst  nicht  hinlänglich  bekannt,  so  muß  er  seinen  Stand  und  Wohnort  angeben.  Für

eförderung  eines  Laufzettels  mit  den  Posten  behufs  Vorausbestellung  von  Extrapostoder
  Kurierpferden  ist  eine  Gebühr  nicht  zu  entrichten.