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korps, das sich in der Kirche zu Rogan einsegnen ließ, wobei das von Körner
gedichtete Weihelied gesungen wurde:
Wir treten hier im Gotteshaus mit frommem Mut zusammen,
Uns ruft die Pflicht zum Kampf hinaus, und alle Herzen flammen.
Denn was uns mahnt zu Sieg und Schlacht.
Hat Gott ja selber, angefacht. Dem Herrn allein die Ehrel!
Wie der König, so erließ auch Körner einen „Aufruf"“:
Frisch auf, mein Volkt Die Flammenzeichen rauchen,
Die Saat ist reif; ihr Schnitter, zaudert nicht!
Das höchste Heil, das letzte, liegt im Schwertel!
Drück dir den Speer ins treue Herz hinein!
Der Freiheit eine Gasse! —. Wasch die Erde,
Dein deutsches Land mit deinem Blute rein!
Die Kämpfe vor der Schlacht bei Leipzig.
Schon im Januar hatten die Franzosen die Weichsellinie mit Ausnahme
einiger Festungen, wie Danzig und Thorn, aufgegeben und sich vor dem heranrückenden
russischen Heere unter General Wittgenstein, dem auch York und
Bülow unterstellt waren, über die Oder zurückzogen; Anfang März räumten
sie Berlin, und unter dem Jubel der Bevölkerung zogen die Kosaken, dann
auch York ein. Vor dem Weitermarsch ließ auch er sein Korps feierlich einsegnen;
zum Leibregiment sprach er: „Das schwöre ich euch, ein unglückliches
Vaterland sieht mich nicht wiederl" — „Das soll ein Wort sein!“ erscholl
es aus den Reihen der Soldaten. Dann ging's weiter zur Elbe. Schon
am 18. März besetzte Tettenborn mit seinen Kosaken Hamburg, und an
vielen Orten der Nordseeküste zwischen Elbe und Ems erhoben sich die erbitterten
Bewohner. Aber sie blieben ohne Hilfe. Die Verbündeten zogen
zu langsam heran und versäumten dadurch, den Krieg sofort über die Elbe
zu tragen. Zwar eroberte Dörnberg (2. April) mit russischen und preußischen
Truppen das von Morand besetzte Lüneburg, wobei das Dienstmädchen Johanna
Stegen im heftigen Kugelregen ihren kämpfenden Brüdern neuen Schießbedarf
zutrug; aber bald rückten überlegene französische Streitkräfte heran.
Napoleon hatte sofort nach seiner Rückkehr neue große Aushebungen in
allen von ihm abhängigen Ländern angeordnet. Am erbittertsten war er auf
Preußen: nach Wien sandte er schon einen Vorschlag, wie dieses Land unter
die Sieger verteilt werden sollte. Er schickte Davoust und Vandamme
sofort nach Norddeutschland, die alle freiheitlichen Regungen mit blutiger
Strenge niederschlugen. Am 5. April suchte Napoleons Stiefsohn Eugen,
Vicekönig von Italien, von Magdeburg aus Berlin zu überfallen, er wurde aber
bei Möckern durch York und Bülow blutig zurückgewiesen. Napoleon führte
unterdes das Hauptheer auf der Frankfurt-Leipziger Straße heran, bei Naumburg
vereinigte sich Eugen mit ihm. Auch die russisch-preußischen Truppen
unter Wittgenstein überschritten die Elbe und zogen gegen Leipzig. Blücher
befehligte das preußische Hauptheer. Er war gleich am Tage nach des Königs
Aufruf aus Schlesien aufgebrochen, hatte die Elbe überschritten und ganz
Sachsen bis auf die Festungen besetzt. Scharnhorst hatte gehofft, vor der