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nig vorüber war, und sobald man Musse bekam, das Betragen
einzelner Mitglieder zu untersuchen, so wartete auf alle
diese furchtsamen Seelen eine sehr sirenge Bestrafung. Es
war nicht moͤglich, daß diese Strenge auch bei vermehrrerer
Anzahl der Gefallenen noch lange fortdauren konnte. Die
Bischöfe, welche die höchste Reinigkeit der Kirchenzucht behaupten
sollten, waren größtentheils auch durch eigenes -Interesse
gendthigt nachzulassen. Aber eben dieses Nachlassen
gab oft in den Gemeinen immer die heftigsten Bewegungen;
denn diejenige, welche in den Verfolgungen ausgehalten hatten,
wollten nicht den übrigen gleich gehalten seyn. Ueberhaupt
glaubten die Eiferer, bei der geringsten Gelindigkeit
sey es um alle Kirchenzucht geschehen, und ganz eingenommen
für die alten Zeiten konnten sie nicht begreifen, wie sich
Kirchenzucht immer nach dem veränderten Tone des Zeitalters
richten müsse. In manchen Kirchen waren solche Bewegungen
nur vorübergehend; in der Afrikanischen wurden
sie, wie wir so eben sahen, von Arglist und Bozheit benutzt;
noch früher aber entstanden solche Gährungen in der Roͤmischen
Kirche.
Es war nach Bischof Fabsan's Tod ein neuer Bischof zu
wählen. Unter den Wählenden Rrrschten zwei Partien, eine
hatte Novatian an ihrer Spitze, einen Mann von sehr sirengen
Grundsätzen in Ansehung der Gefallenen. Die andere,
Cornelius war ihr Haupt, behauptete schon lang gelindere
Meinungen. Die meisten Wahlstimmen fielen auf Cornelius,
und die bisherige Gelassenheit der Eifererpartie verwandelte
sich itzt in den heftigsten Haß, der durch die Aufmunterungen
einiger Karthagischen Geistlichen, welche sich gerade damals
zu Rom aufhielten, noch mehr entzündet wurde. Sie erkennen
den Cornelius nicht als ihren Bischof, Novbatian soll