Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

Obliegenheiten  der
Eisenbahnverwaltung
nach  erfolgter
Anmeldung.

Personaldienst.

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§.  28.

1.  Jede  an  einem  Transport  betheiligte  Eisenbahnverwaltung  ist  gehalten,
alles  zur  genauen  Ausführung  der  Fahrt  Nöthige  und  Dienliche  innerhalb  ihres
Bereichs  rechtzeitig  zu  veranlassen.  Ein  etwa  vorhandenes  Hinderniß  ist  unverzüglich
der  anmeldenden  Stelle  mitzutheilen  und  dabei  gleichzeitig  eine  zweckmäßige  Aushülfe
  vorzuschlagen.  Bei  Gefahr  im  Verzuge  hat  die  Eisenbahnverwaltung
selbständig  das  Erforderliche  zu  veranlassen  und  der  anmeldenden  Stelle  von  dem
Veranlaßten  Mittheilung  zu  machen.

2.  Die  Eisenbahnverwaltung  hat  namentlich  dafür  zu  sorgen,  daß  die
Zugangs-,  Halte-  und  Ausgangsstationen  früh  genug  von  allen  sie  berührenden
Transporten  Kenntniß  erhalten.

3.  Jede  Eisenbahnverwaltung  hat  sich  bezüglich  solcher  von  ihr  zu  befördernder
  Militärtransporte,  welche  über  ihr  Bahngebiet  hinauszugehen  bestimmt
sind,  so  früh  wie  irgend  möglich  mit  der  Nachbarverwaltung  wegen  Uebernahme
der  Transporte  (Gestellung  besonderer  Transportmittel,  Ueberführung  beladener
Wagen  nach  der  Station  der  Nachbarbahn  u.  s.  w.)  zu  verständigen.

§.  29.

1.  Den  Personaldienst  zur  Durchführung  aller  Militärtransporte  ordnen
die  Eisenbahnverwaltungen.  

2.  Sie  sind  gehalten,  die  durch  Militärtransporte  erforderlich  werdende
Verstärkung  des  Tagesdienstes,  Verlegung  des  Dienstes  auf  Nachtstunden  und
Einführung  des  Nachtdienstes  zu  bewirken.

3.  Die  Diensteintheilung  für  den  Militärfahrplan  (§.  8)  muß  stets  bereit
sein.  Sie  wird  den  Angaben  der  Militär-Eisenbahnbehörden  angepaßt  und  ist
den  Letzteren  auf  Verlangen  mitzutheilen.

4.  Innerhalb  jeder  Linie  (§.  3)  regelt  die  Linien-Kommandantur  gegenseitige
  Aushülfe  der  Eisenbahnverwaltungen  mit  Personal  zur  Durchführung  des
Militärfahrplans  auf  Antrag  einer  der  betheiligten  Eisenbahnverwaltungen.

5.  Die  Militär-Eisenbahnbehörde  hat  sich  mit  dem  Reichs-Eisenbahn-Amt
in  Verbindung  zu  setzen,  wenn  die  Aushülfe  von  einer  solchen  im  Friedensbetriebe
(§.  3)  stehenden  Eisenbahn  erfolgen  soll,  welche  einer  anderen  Linie  angehört
(§.  14, ₂).

6.  Wird  in  Folge  militärischer  Anforderungen  durch  verstärkte  Besetzung
oder  veränderte  Eintheilung  der  Dienststrecken  mehr  Raum  an  den  Uebernachtungsund
  Ruhestationen  des  Fahrpersonals  erfordert,  als  auf  der  Station  selbst  verfügbar
  ist,  so  kann  die  Unterbringung  in  der  Nähe  der  Stationen  durch  die
Militärbehörden,  zunächst  durch  die  Bahnhofs-Kommandanten  (§.  18),  nach  Maßgabe
  des  Gesetzes  über  die  Kriegsleistungen  geordnet  werden.