Einleitung. 33
dazu ein Register, durchaus von einer Hand geschrieben, bricht mit
dem Jahre 1680 ab. Eingangs ein „Lob der Stadt Hall“ aus Nicolaus
Reusner, hierauf Widmansche und Heroltsche Stücke, erstere
vorwiegend; sodann grössere Stücke wie der Suhlenbau von 1496 und
der von 1540, die sich auch in der städtischen grünen Chronik finden,
und die Beschreibung der Heeg und Schläg, wie sie in T und H!
enthalten ist. Ferner der Auszug aus eincm alten Annirersarienbuch
des Johannitercommenturhofs in Hall, Verzeichnisse der Geistlichen
und der Ratsherren. Herolts Bauernkrieg steht S. 398—505. Der
Tert der beiden Chronisten scheint stilistisch freier behandelt.
Eine weitere Handschrift Herolts in Folio und mehrere in Quart,
wovon die erstere dem Anfang des 17. Jahrhunderts angehört, befinden
sich in der städtischen Bibliothek zu Hall.
Auf Grund dieser Handschriftenbeschreibung ergeben sich Ffolgende
zusammengehörige Gruppen:
. Typus Stuttgart: St‘, St?, T?.
. Typus H?: H?, Codex Stechele, Schönhuth I, Schönhuth II.
. Typus St°: St’, H®, J®.
. Tübinger Typus: T, W.
. Münchener Typus: M, städtische rote Chronik.
Sta v9 WD a
Über die aus den Handschriften 1—12 ausgehobenen Lesarten
ist hier noch ein Wort zu sagen. Es konnte keine Rede davon sein,
alle Abweichungen zu notieren. Ihre Zahl wäre bei der grossen nicht
bloss orthographischen, sondern auch stilistischen und sachlichen Freiheit,
mit der die Abschreiber zu Werke gegangen sind, ins Ungeheure
angeschiollen und mit dem Zweck der Ausgabe nicht mehr im richtigen
Verhältnis gestanden. Es galt also eine Auswahl zu treffen,
wo in erster Linie die sachlichen Varianten aufzunehmen waren.
Unbedeutendere orthographische Differenzen, geringe Änderungen der
Wortstellung, unwichtige Auslassungen, grobe Fehler und ähnliches
wurde nicht beachtet. Dayegen war durchgehends noch darauf Rücksicht
zu nehmen, den Gesamtcharakter der einzelnen Handschrift in
den Lesarten möglichst deutlich zum Ausdruck zu bringen, dies um so
mehr, als die genaue Einsicht in diese Handschriftenfrage zum Teil
für die Herausgabe des Widman noch von Wichtigkeit wird.
Diese Grundsätze dürften bei einsichtigen Beurteilern keinen
Widerspruch erfahren. Sie konnten aber in einer yrossen Partie des
Werkes, nämlich dem Bauernkrieg, nicht unbedingt festgehalten werden.
Für diesen Teil hat Herr Archirrat Dr. Baumann ron Donaueschingen
3