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welchem Dorfe man gelaͤutet habe. Es waren Canones einer
verdächtigen Synode. Er konnte nicht griechisch lesen, und
doch betrafen die meisten Streitigkeiten griechische Philosophie.
Der schlaue Cyrillus übersetzte die Aktenstücke, und schickte
sie lateinisch an ihn. — Immer waren die Römer am wenigsten
in Verlegenheit, wenn Fragen kamen wegen Einrichtung
der Hierarchie und Kirchenzucht.
In diesen harten Zeiten laßt uns Manches übersehen.
Aber man fand doch mitten in diesen trüben Zeiten, daß der
Mensch nie gewaltthätiger, trotziger, manchmal gar so recht
tückisch boshaft ist, als wenn er noch im Mittelalter zwischen
dem Knaben und jungen Herrn steht. So war der rämische
Bischof im fünften Jahrhundert nicht mehr jener kleine Bischof,
als der er erschaffen worden war; und doch auch nicht
mit Zuverlässigkeit und eigenem tröstenden Bewußtseyn der
Herr, der er gern seyn wollte. Er griff deßwegen nach jeder
Gelegenheit, wo er sich selbst beweisen konnte, daß er ein Herr
sey, und der Schatten eines Nebenbuhlers machte ihm Kummer,
erregte manchen Unmuth in ihm. Man sah es, wie der von
Constantinopel ein wenig empor kam. Wer konnte es dem
Bischof von Konstantinopel verdenken, daß er nicht in der
Demutb blieb, da er zur Herrlichkeit kommen konnte? Seine
ganze äußere Lage bestimmte ihn zum Hofprälaten. Erst
ließ er sich nur Rang und Titel geben, endlich eine Dioͤcese.
Bei dem ersten Schritt zu seiner Groͤße, so wie bei jedem einzelnen
Fortgang derselben, bot der roͤmische Bischof alle Macht
auf, dasselbe zu verhindern; er war aber damals in Politicis
noch nicht sehr erfahren, da er nicht wußte, als ein Hofpraͤ-lat,
so lange er Hofpraͤlat bliebe, koͤnne jener nicht Pabst
werden. Die Koͤnige lassen den Baum gewöhnlich nur so
lange wachsen, als er zur Zierde ihres Gartens dient. Wird
er zu schattenreich, so wird er wieder gestutzt, wie die Weiden.