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Auch hier bilden wie in Togo Kautschuk und Palmkerne die Haupt—
ausfuhrartikel. Es folgen dann Kakao, Elfenbein und Palmöl mit be—
trächtlichen Ziffern. Ferner werden kostbare Hölzer, darunter das Farbund
Ebenholz, Kopalholz, Mahagoni, Kokosnüsse, Balsam, etwas Kaffee
und Kalabarbohnen exportiert. Im ganzen betrug die Ausfuhr des
Jahres 1905 über 9 Millionen Mark gegen 7½ im Jahre 1904. Die
Einfuhr betrug 13 Millionen Mark gegen 9 im Vorjahre. Deutschland
nimmt mit 83 und 73 Prozent daran teil. Die Zölle belaufen sich
auf 2,5 Millionen und der Reichszuschuß auf 2,9 Millionen Mark. Die
Steuern mit 237000 Mark kommen kaum in Betracht. Leider sind Bier
und Spirituosen dabei nicht wenig beteiligt. Der Verkehr mit Europa wird
durch die Woermann-Linie, die British and African Steam Navigation
und die African Steamship Company vermittelt, welche monatlich je
einmal hier anlaufen, im Inland durch unsere Post mit der Hauptstation
Kamerun und den Agenturen in Kribi, Rio del Rey, Buéa und
Viktoria. Sie vermittelte während des letzten Betriebsjahres 392000
Briefe usw., 3 Millionen Mark in Anweisungen und 14000 Pakete.
Infolge der Anregungen des Kolonialwirtschaftlichen Komitees sind
viele Millionen auf Kautschukanpflanzungen verwendet worden, gestützt
auf die Erfolge in den Versuchsgärten namentlich in Viktoria. Dort
wurde auch eine Landungsbrücke und ein Schwimmdock gebaut. Die
Küste ist mit Leuchtfeuern ausgestattet. ·
Außer den schon genannten Gesellschaften bestehen in diesem Schutzgebiet
noch die Geschäftshäuser der Basler und der Baptistenmissionen,
ferner die Firmen J. Weiler und Woermann & Co., beide in Malinde,
Randad & Stein in Campo und Lungji, Karl Maaß und die Bremer
West-Afrika-Gesellschaft, beide in Kribi, Küderling & Co. in Campo, außerdem
drei deutsche Plantagen und acht englische Faktoreien.
Die weiße Bevölkerung betrug am 1. Januar 1906 890 Personen,
gegen 826 im Vorjahr und 528 im Jahre 1901. Darunter befanden
sich nur 102 weibliche Personen und 37 Unerwachsene. 773 sind Deutsche,
45 Engländer, 39 Amerikaner und 16 Schweizer. Ansiedler und Pflanzer
sind es 141 gegen 108 im Vorjahr, Kaufleute 283 gegen 268. Die
Zahl der Handwerker ging von 33 auf 22 zurück, weil die Eingeborenen
sich des Handwerks mit Eifer und Geschick annehmen und in unseren
Schulen herangebildet werden. Die Schutztruppe wird auf 10 Kompagnien
gebracht.