Full text : Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

Die  wichtigsten  betreffen  die  inneren  Geschlechtsteile,  insbesondere
  die  Gebärmutter.

Sobald  die  Empfängnis  stattgefunden  hat,  wird  die
Gebärmutter  blutreich  und  aufgelockert.  Auf  ihrer  inneren
Fläche  bildet  sich  dann  bis  zum  inneren  Muttermunde  hinab
  die  Siebhaut  und  in  die  Siebhaut  bettet  sich  das  Ei
ein,  in  der  Regel  in  der  Nähe  der  Einmündung  eines  Eileiters.
  In  dem  Mutterhalskanal  erfolgt  die  Absonderung
von  zähem,  glasigen  Schleim,  welcher  diesen  Kanal  pfropfartig
  verschließt  (vergl.  Fig.  13).

Auch  die  der  Gebärmutter  benachbarten  Teile  werden
blutreicher.  Die  Schleimhaut  der  Scheide  erhält  eine  blaurötliche
  Färbung  und  sondert  reichlichen  Schleim  ab,  die
Schamlippen  schwellen  an  und  die  großen  Schamlippen  färben
sich  dunkler.

S.  63.

Dabei  verändert  die  Gebärmutter  ihre  Gestalt.  Die
frühere  dreieckige  Höhle  der  Gebärmutter  rundet  sich  ab  und
wird,  in  der  ersten  Zeit  besonders  oben,  geräumiger.  Infolge
  von  der  Anfüllung  ihrer  Höhle  richtet  sich  die  Gebärmutter
  etwas  auf,  ihre  vordere  Wand  streckt  sich,  die  hintere
Muttermundslippe  tritt  etwas  tiefer  hinab.

Beträchtliche  Verdickung  erfährt  das  Muskelfleisch  der
Gebärmutter.  Es  bilden  sich  in  demselben  viele  neue  Fleischfasern
  und  diese  werden  durchzogen  von  zahlreichen  Adern.
Zugleich  lockert  sich  der  Bauchfellüberzug  der  Gebärmutter
auf,  so  daß  dem  Wachstum  der  Gebärmutter  kein  Hindernis
entgegengesetzt  wird.

S.  64.
Je  mehr  die  Gebärmutter  sich  oben  ausdehnt,  desto