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Furcht ihnen die Ketten nicht wieder anlegen zu können. Der Kurfürst
nahm auf sich die Sorge der Abwehr, und hatte keine Ursache
es zu bereuen.
Also der König Friedrich II. Die Sache klingt recht gut,
und es ist dabei nur zu beklagen, daß sie sich ganz anders verhält.
Der große Kurfürst schickte am 3/13. April 1675 von Kleve
aus den Gesandten Joachim Scattel nach Moskau, damit er den
Czaren um Hülfe bitte. Alexei wollte nicht. Er wollte im Frieden
bleiben. Also berichtet Pufendorf, ) der ungeachtet seiner Langweiligkeit
als Geschichtschreiber dennoch als Geschichtsforscher in
solchen Dingen vor dem allerdings glätteren und eleganteren Könige
den Vorzug zu verdienen scheint.
Wir haben gesehen, wie Friedrich wenige Monate nachdem er
im Antimachiavelli solche Ansichten über Rußland dargelegt, sich
bei seinem ersten Losbruch gegen Oestreich durch passend angebrachte
Geschenke bemühte die Gunst der Mächtigen an dem nordischen
Hofe zu gewinnen. Es gelang ihm damals. Daß die
Czarin Elisabeth mit ihrem Kanzler Bestuschew sich 1757 feindlich
gegen Friedrich wandte, ist den Umständen nach eine rein persönliche
Politik, die veranlaßt wurde durch die Werbeexcesse und die
Spöttereien des Preußenkönigs über diese Personen. Er wußte
später, als Katharine II. weniger für Spott und Hohn, als für
gerechte moralische Entrüstung Stoff in Fülle darbot, seine Zunge
und seine Feder besser im Zaume zu halten, und statt dessen auf
geschickte Weise die Gunst gegen ihn zu nähren. Als die philosophische
Kaiserin Katharine II. sich entschloß unter dem Namen
des Schutzes der Gewissensfreiheit so und so viel tausend Mann
nach Polen zu senden und dort die Anarchie zu vertheidigen, welche
sie und Friedrich die polnische Freiheit nannten, zahlte der König
ihr tractatenmäßig jährlich eine halbe Million.
1) Pufendors: de rebus g. F. G. X II. S§. 61.