ANummer 178
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durch Engagement von Hilfskräften nur auf Ta-Prsgeld
und Widerru#.Es könnte dies auf verindliche
Weise vielleicht in der Form geschehen.
daß der Angestellte für die ganze Dauer seiner
Einberusung beurlanbt wird. wenn möglich unter
Fortbezug eines kleinen Teiles seiner Bezüge,
wenn nicht, dann ganz ohne Entgelt. Auf diese
Weise würde der Arbeitnehmer wenigstens nicht
aus seinem Dienstverhältnisse ausschriden und der
seinerzeitigen unmittelbaren Wiederaufnahme seines
Dienstes kein Hindernis entgegenstehen.
Wenn jemals den Arbeitgebern Gelegenheit
gegeben war, für ihre Angestellten soziales Empfinden
zu zeigen, dann ist es beim Ausbruch
rines Krieges der Fall. Hier können sie je nach
Möglichkeit freiwillig tun. wozu sie im Frieden
die Staatsgewalt zwingt, hier können sie auf die
schönste Weise denen berechtigten Dank abstatten,
die zur Verteidigung der Guter der Arbeilgeber
ihr. Leben darbieten.
Bekanntmachung.
Durch Allerhöchste Verordnung rom 31.
Juli 1914 ist jür Bayern der Krieogemitano
eitlärt worden.
Mit Bezug hieeuf wird folgende Anordnung
getrosfsen:
Alle Fremden, die sich über den Zmeki
ihres Ausenthaltes nicht gehörig ausweisen können
öder sich lästig machen, haben auf Aufsforderung
der Distriktspolizeibehörden dor
Gebiet des Deutschen Reiches und zwmar bis
auf weiteres über Lindau binne 254
Stunden zu verlassen.
Muuchen den 2. Angust 1914.
Der Komman dierende (Geuera! desr
1. Armeelorps.
ges. v. Tylander.
General der Infanterie.
Die Sparkassengelder.
Berlin, 2. Ang.
Ueber die Sicherheit der Sparlassiugelder
lursioren anscheinend nock Bejürchtungen daß
der Stlaat oder die Militärverwallung die
Aus##ahlung der Sparlassengelder bei den
Ussullichen Sparlassen verbieten werde. wie in
KXtankeich, um sie zu Mobilmachungeimecken
zu verwenden. In Frankreich sind die öfient
lichen Sparlassen Staatseinrichtungen, der
Staat hat über sie freie Verfügung In Pren
sen und Deutschland sind dagegen die: Spailossen
Einrichlungen der Kommunen und
Städte, der Kreise, Landgemeinden usw. Der
Staat ist ganz außerstande, diese Gelder den
Kommunen sortzunehmen und für sich zu verwenden.
Demgemäß ist es für jeden Einschtioen
verständlich und in der amtlichen döffentlichen
Bekanntmachung des Minisicciums
des Innern vom 31. Juli c. gesagt, daß die
Eirnogen bei den öffentlichen Sparlassen als
A#uteigentum auch gegen Zugriffe des Stan
4 uusc der feindlichen Macht geschützt sind.
Wie an die Kommunen teinerlei Verbo# ergangen
sind, noch erge#r#en werten, mit der Aus
zahlung von Spariassengeldern zurückzuhalten,
so wird und lann, wie uns das Ministerium des
Onnein mitteill, der Staat oder die Mililärverwaitung
unter leinen Umständen diese Grlder
für Kriegs:wecke angreifen. Es bleibt da:
bei, daß es leine sicherere Aufkewahrung der
Spargelder gibt als bei den öffentlichen Sparlassei.
Wer sein Geld nicht verlieren will,
lebe es dort nicht ab, sondern trage alles
Geld, was er nicht nötig braucht, en de öffentlichen
Sparkassem
Eine hochherzige Spende.
Frankfurt, J. Aug.
Eine Franlsurter Mülhlenfirma hat sich bereit
erllärt, dem Magistrat der Sladt Frankfurt
a. M. 400 000 bis 600 000 Pfund Weizenmehl
zum Preise von 20 Pfg. pro Pfund für das
Wublilum zur Versügung zu stellen. Da sonsi
det Preis 30 Pfg. und noch mehr beträgt.
lönnte durch dieses Vorgeben der Verteuerung
dieses Nahrungemittels entgegengearheitet werden.
Nachdem ein großer Teil des Publilums
sich bereite mit Mehl versorgt hat, diese übertriebene
Kauflust hat übrigens zur Preissteigetung
beigetragen dürfte jenes große Quantum
zur Versorgung des Privatpublikums der
Stadt Frankfurt für mehrere Wochen ausrleichend
sein Wenn andere Mühlen, was durchaus
wünschenswert ist, diesem lobenswerten Beisriel
folgen und gleichfalls billiges Mehl bereitstellen,
ist für einige Zeit die Meblkalamität
belloben. Später, wenn der erste Sturma#drang
überw. u#2en ( in m#rd, dürfte von selbit
ein Herabgehen des Mehlpreises eintreten.
Hünchener Neulgleilen.
Mänchen, 3. Aug. Wie in den Kriegsjahren
1813, 1800 und 1870, ist auch in den gegenwärtigen
ernsten Zeiten an eine Abhaltung des
E
Münchner Oktoberfestes nicht zu denken. Das
Oktoberfest-Bauburcau, das bereits seinen Standort
auf der Theresienwiese ausgeschlagen. hatte,
hat seine Tätigkeit schon eingestellt, die Bauten
für die Schießstände sind sofort nach Eintreten
der Mobilmachung unterbrochen worden. Die
offizielle Abfage des Festes ist in nächster Zeit
zu erwarten.
U#yerisches Oberland.
Bad Aibling, 3. August. Die Freiwillige
Sanitätskolonne Aibling hielt gestern eine
Hauplübung ab. Acht Mann meldeten sich freiwillig
für den Kriegsdienst.
Bad Aibling, 3. Aug. Den K. Lokalschulinspektionen
wurde die sofortige Schließung der
Schulen aufgetragen, damit diese Ränme für
öffentliche Zwecke verfügbar werden.
Bruckmühl, 3. Aug. Gestern wurde ein der
Pferdemusterungskommission in Kirchdorf verdächtiger
Russe festgenommen und hieher in
Polizeiarrest verbracht. Heute wurde er nach
Bad Aibling ins Gefängnis überführt.
Hausham, 3. Aug. Gestern war beim Bergwerk
eine Feierschicht angesetzt. Nur die Sortierung
und Verladung ist in Betrieb, wurde
aber um 8 Uhr vormittags auch zum Teil schon
wieder eingestellt.
Schlierfsee, 3. Aug. Der erzbischöfliche Geistliche
Rat, Dekan und Pfarrer Dominikus Maier
beging am 4. August den 80. Geburtstag.
Delan Maier, der seit 30 Jahren der Pfarrei
Schliersee als Seelsorger vorsteht, erfreut sich
bei allen Schichten der Bevölkerung der größten
Wertschätzung und Liebe.
egernsee, . August. Das allen Besuchern
Tegernsees bekannte Serben-Hotel, das aus der
vor Jahrzehnten erbauten Billa eines serbischen
Fürsten hervorging, erläßt eine Erklärung, daß
die Besitzer mit der serbischen Nationalität nicht
das geringste zu tun haben. Die Eigentümer
des Hotels, namens Plöcker, haben sich daher
entschlossen, mit Rücksicht auf die jüngsten polilischen
Ereignisse den Namen des Hotels in
Hotel Bayerischer Hof umznändern.
Rieden, 3. Aug. Erschosfen aufgefunden wurde
auf dem Gange ihres Hauses die hiesige Niederbäuerin.
Der Schuß ging ins Herz. Zur Ausübung
der Tat bediente sie sich eines Terzerols.
Die Angst vor der Mobilmachung und dem
Krieg drückte der armen Frau die Wafsse in
die Hand.
Burghausen, 3. Ang. Auf der hiesigen
Grenzbrücke wurde heute ein Mann, der sich
nicht ausweisen konnte, festgenommen und der
Ortspoligeibehörde vorgeführt. Er machte sich
im Bierhallegarten durch Geländeaufzeichnungen
verdächtig.
Kotolnachrichter.
Rosenheim, den 4. Angust 1914.
Militärdienst. Der Fähnrich Wilhelm
Thoma wurde vom 1. ds. Mts. zum Leutnant
des 3. Infanterie-Regiments Prinz Karl von
Bayern ernannt.
iözesannachrichten. Das Pienzen-=auersche
Benefizium in Erding ist dem Benefizialen
Adols Pirngruber in Isen, B.-A. Wasserburg,
das Auersche Benefizium in Rotthalmünster
B.-A. Griesbach. den Beuefiziaten Franz
Seraph Elender in Tüßling, B.-A. Altötting,
verliehen worden.
Hilse für die Opfer des Krieges. Der
Aufruf, welchen der Frauenverein vom Noten
Kreuz am Montag ergehen ließ, hat überall
befte Aufnahme gefunden. Erfreulicherweise decken
die Liste, welche zur Einzeichnung in unserer
Cxpedilion aufliegl, schon verschiedene Namen.
Es wäre sehr zu begrüßen, wenn dieses schöne
Beispiel zahlreiche Nachahmung finden würde.
Gar vieles ist erforderlich, die Zahl der Verwundeten
und der im Kriege Erkrankten wird
nicht gering sein. Wir verweisen auch nochmals
auf die dieser Tage beginnenden außerordentlichen
Kurse für die Ausbildung von Helferinnen im
Dienste des Roten Kreuzes. Viekes ist erforderlich,
fleißige Hände in großer Zahl sind willkommen.
Die Frauenwelt Rosenheims wird sich
r-*nie eine Chrenpflicht daraus machen, in der
usübung dieses vaterländischen Werkes in vorderster
Linie zu stehen.
Der Dank an die Milchproduzenten.
Auf das Inserat der Vorstandschaft
der Milchproduzenten-Vereinigung Rosenheim
und Umgebung in der gestrigen Nummer ist
seitens des Magistrats an die Vorstandschaft
folgendes Dankschreiben abgegangen: „Der Aufruf
an die Mitglieder der Milchproduzenten-Vereinigung
Nosenheim und Umgebung in der
heutigen Nummer der Tagespresse, jede Milchpreissteigerung
auch während des Krieges nach
Möglichkeit zu vermeiden, gibt uns freudigen
Anlaß, der geschätzten Vorstandschaft für diese
ehrende Kundgebung echt vaterländischer Ge.
sinnung herzlichst zu danken. Diese Zusicherung
mindert die schwere Sorge um die Ernährung
der Heimat-Bevölkerung und sichert der verehr-
lichen Milchproduzenten-Vereinigung den verdienten
Dank der gesamten Einwohnerschaft“.
Diesem Dank wird sich die Gesamt-Bevölkerung
gewiß gern anschließen.
Krieg und Steuerzahlen. Vielseitig
wu'de die irrige Meinung laut, daß nunmehr
insolge des Ausbruches des Krieges die Tätigleit
der Steuerbehörde ruhe. Diese Ausehanung
ist nicht richtig. Infolge des Krieges
lreten an das Reich und an die Bundesstaaten
erhöhle sinanzielle Anforderungen heram Um
diesen Anforderungen gerecht werden zu können,
ist es unbedingte Notwendigleit, daß die slaatlicken
Cefälle, gleichriel welchen Namen sie traden,
wie Steuern, Gebühren, Wehrbeitrag usv
laldigst und möglichst vollständig
eingehen. Von zuständiger Stelle erfahren
wir, daß freiwillige Vorauszahlungen bii den
Steuerbehörden (K. Rentämtern in iedem
Vetrage bereitwilligst entgegengenommen werden.
Dies hat insbesondere hinsichtlich des von
den besitzenden Klassen zu entrichtenden Wehrreitrages
zu gelten. Wer irgendwie hiezu
in der Lage ist, möge schon allein aus patriotischen
Gründen den ganzen Wehrbeitrag entrichten.
Wo jedoch diese Voraussethung nicht
gegeben ist, mögen 2#3 oder doch weuigstens
!1 „ sofort und möglichstebald einbezahlt
und nicht erst die dem Pflichtigen gesehlich
usehende Warlefrist bis zum Ablauf der drei
Monate von der Zustellung des Veranlaamngebescheides
an abgewartet werden, un' so
dem Reiche die so dringend notwendigen Mittel
zuzuführen. Auf die Gutrechnung von 4%
Zinsen aus dem vorausbezahlten 2. und 3.
Driktel des Wehrbeitrages wird ausdrücklich
ligewiesen. Dadurch würde die überam wichtide
finanzielle Kriegsbereitschaft undemem ge
sördert werden. Dadurch würde auck jeder,
der möglichst bald und ganz bezahlt,
seinem über alles geliebten und so
schwer bedrohten deutschen Vaterlaude
wabrhaft patriotische Dienste erweisen.
Die Mangfall wurde gestern in München
in die ungeheuerliche Falschmeldung von der
Vergistung der Münchener Wasserleitung einbezogen.
Wir lesen in der „M. N. N.“: Wer unsere
Münchener Trinkwasserversorgung kennt, der
wird den Wert eines solchen Gerbchtes ohne weileres
einzuschätzen wissen. Eine Vergiftung der
Mangfall, die behauptet wurde, ist naturlich vollständig
gleichgültig, da wir kein Mangfallwasser
irinken, sondern Quellwasser aus dem Mangfallgebiet.
An eine Vergiftung unserer Wasserleitung
mit chemischen Giften ist nicht zu denken, weil
dazu große Mengen notwendig wären, die nicht
in die Ouelleitung gebracht werden könnten,
ohne daß es beobachtet würde.
Die Postverbindung bat infolge der
„Mobilmachung eine wesentliche Einschränkung erfahren.
Der gesamte Einlauf von und über
München, der heute mit der Frühpost fällig war,
ist einschließlich des Depeschenmaterials, das. in
der Nacht einlief, ausgeblieben. Erst um ½/1
Uhr nachmittags gelangte das sonst in der Frühe
sällige Redaktionsmaterial in unsere Hände. Auch
in den kommenden Tagen wird sich dies noch
wiederholen.
Zur Beachtung unserer Leser. Die Presseabteilung
des Großen Generalstabes hat die Genehmigung
erteill, daß sämtliche Nachrichten
unsere# Korrespondenzbüros von den Zeitungen
übernommen werden dürfen, da sie vorher der
Iresseabteilung zur Genehmigung vorgelegen
haben. Die von uns veröffentlichten Kriegsnachrichten
sind daher authentisch.
Im Kath. Gesellenverein fand sich trotz
der ernsten Zeit bei der am Montagabend stattgefundenen
Versammlung eine stattliche Anzahl
von Mitgliedern ein. Den Mittelpunkt des
Abends, der angesichts der kriegerischen Ereignisse
sehr ruhig verlief, bildete eine kleine Chrung des
Schreiners Herrn Math. Dezmann, der seit 25
Jahren dem Verein als verdienstvolles Mitglied
angehört. Der Vizepräses H. H. Stadtkaplan
Bernrieder, überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche
des Vereins und überreichte ihm eine
silberne Tabaksdose mit Widmung. Dann gab
der Präses bekannt, daß der Vorstand Mirowsly,
sowie mehrere Mitglieder dem Ruse des Vaterlandes
Folge geleistet haben und wünschte ihnen
glückliche Wiederkehr.
ür die Erutearbeiten sind zahlreiche
Kräfte erforderlich. Die Landwirtschaft ist ihrer
Arbeiterschaft entblößt, der Segen der Felder
verdirbt und geht zu Grunde, wenn er nicht
unter Dach gebracht wird. Alle arbeitslos
gewordenen Kräfte sind hier willkommen. Wir
appellieren namentlich auch an unsere -
die jetzt die Zeit der Ferien genießt. Auch die
Mitglieder der Gewerkschaften und der Arbeitervereine
etc., welche wegen Schließung von Betrieben
beschäftigungslos werden sollten, können
in der Ernte Arbeit und Perdienst finden. Das
Ministeriumdes Inernktsoebenein. Ministrial.
entschließung über die ermittlung von Erntearbeitern
hinausgegeben. Wir veröffenklichen
sie in unserer nächsten Nummer und machen hier
besonders darauf aufmerksam.
Mittwoch, ö. August 101)
Die Frauen im Dienste des Vater
landes. Die drei hiesigen Frauenvereine:
Katholischer Frauenbund, Evangelischer Frauenverein
und Verein für Frauenintertssen haben
sich gemeinschaftlich dem Roten Kreuz in
Rosenheim zur Verfügung gestellt. Weiters
schließen sich diese drei Frauenvereine zusammen,
um auf ersuchen des Hauptverbandes Bayerischer
Frauenvereine und nach dem Vorbild anderer
Städte ein Komite für „Nationalen Frauendienst",
für die Dauer des Krieges zu organisieren,
das sich zur Aufgabe stellt, bedürstigen
Frauen und Kindern, deren Crnährer im Felde
im Kampfe sind, hilfreich zur Seite zu stehen.
Sobald die Vereinigung feste Beschlüsse gesaßt
hat, werden wir weitere Mitteilungen machen.
Kurs für Helferinnen vom Noten
Kreuz. Der Frauenzweigverein Rosenheim
vom Roten Kreuz gibt hiemit bekannt, daß ein
außerordentlicher Kurs für Helferinnen vom
Roten Kreuz am Mittwoch, den 5. August
abends 7 Uhr im Saale des Kaiserbades in
Rosenheim beginnt, der zweite Kurs am Donnerslag,
den 6. August, abends ½ à Uhr im Saale
des Gasthauses „zur Hecke“ in Tegerndorf.
Selbstverständlich sind zu dem Lepßteren nicht
nur Frauen und Zungsranen von Degerndorf,
und Brannenburg, sondern auch die Bewohnerinnen
der ganzen Umgebung eingeladen.
Dem Publikum erwächst eine außerordentlich
bedentsame Ausgabe. Es hat sich ergeben,
daß uns das Ausland mit Spionen
und Personen, die zur Ausführung verbre
cherischer Anschläge bestimmt sind, geradezu
überschwemmt hat. Es sind bereits zahlreiche
Nersuche unlernommen, wichtige Kunstbauten,
Eisenbahnbrücken, Tunnels und dgl. zu sprengen,
um den Aufmarsch unserer Truppen zu stö
ren. Zeder solche Versuch wird unter den obwaltenden
Umständen unnachsichtlich mit dem
Tode bestraft. Jeder Mann aus dem Volle
hat die heilige Pflicht, was in seinen Kräften
sieht, dazu beizutragen, daß derartige verbrecherische
Anschläge auch weiterhin unwirksam ge
macht werden.
Der Andrang von ängstlich gewordenen
Kapitalisten (in der Regel
kleine Leute) bei den Geldinstituten, wie er in
Kriegszeiten in der ersten Bestürzung leider
überall wahrzunehmen ist. hat erfreulicherweise
bereits merklich nachgelassen und auch die Angstverkäuse
in Pfandbriefen u. s. w. haben soviel
wie aufgehört, dagegen haben vielmehr einzelne
Leute bereits den gesunkenen billigen Psandbriefkurs
dazu benützt, um Geld in solchen Werlpapieren
anzulegen. Zahlreicher aber sind diejenigen,
welche gegemvärtig ihre Wertpapiere
und auch sonstige Wertgegenstände den Vankinstituten
(auch den hiesigen Banken) zur Aufbewahrung
anvertrauten in der richtigen Erkenntnis,
daß sie damit am besten einer Verlustgefahr
vorbeugen.
Eine schöne Tat. Von ungenannt sein
wollender Seile sind dem Magistratsvorstande
dahier 1000 4 insbesondere zur Unterstüutzung
von bedürftigen Familien zur Fahne einberusener
Mannschaften übergeben worden. Cine Hilfsaltion
für die in der Heimat zurückgebliebenen.
ihres Ernährers jetzt beraubten Familien wird
demnächst auch in hiesiger Stadt organisiert werden.
Dem Spender dieser ersten großen Gabe
sei inniger Dank und herzlich Vergelts Goit
gesagt.
Eine warnung. Der kommandierende
General des 1. Armeehorps hat auf Grund
des Artikels 4 des Rriegs zustandsgesetzes verfügt,
daß Geschäfte, in welchen die Annahme
von als Sahlunge-mittel gesetzlich anerkhannten
assenscheinen und Banknoten verweigert wird,
sofort polizeilich geschlossen werden. Die Ortspolizeibehörden
sind angewiesen. daß die Schliesung
solcher Geschäfte nach einmaliger erfolgloser
Warnung rücksichtslos durchgefuhrt werde.
Französische Flieger sollen in der letten
Nacht auch über Rosenheim und Umgebung
beobachtet und verfolgt worden sein. Ob sich die
Meldung, daß einer davon heute am frühen
Morgen bei Kiefersfelden-Kufstein herunlergeschossen
worden ist, bestätigt, konnten wir
noch nicht in Erfahrung bringen. Die Beslätigung
wäre sehr erfreulich.
Rosenheim lag in der verflossenen Nacht
zum größten Teil im Dunkel. Die Strahenbeleuchtung
war ausgelöscht worden.
Fahrraddiebstahl. Ein Fahrrad „Brennabor“
ohne hinterem Schutzblech, mit grauen
Mänteln, schwarzem Rahmenbau, aufwärts gebogenen
Lenkstangen und Rücktrittbremse wurde
entwendet.
Lebensmüd. Am 2. de. Mts. nachmittags
wollte sich eine Frau in den Hammerbach stürzen,
wurde aber von Passanten daran verhindert.
Gefunden wurde eine Damenuhr mit
Kette. Sie kann im magistratischen Geschäftzimmer
No. 2 abgeholt werden.