Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1841. (25)

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1  153.
In  Erbfällen  hat  derjenige,  welcher  ein  Grundstück  sich  gerichtlich  übereignen
  lassen  will,  den  Tod  des  Erblassers  und  sein  allgemeines  oder  besonderes
  Erbfolgerecht,  entweder  durch  ein  Zeugniß  der  Erbschaftsbehörde,  oder

besonders,  nachzuweisen  (S§.  137,  138  des  Gesetzes  über  die  Erbfolge  ohne
Testament  und  Vertrag  vom  6.  April  1833).

Beruht  jenes  Recht  auf  geseblicher  Erbfolge,  so  ist  dieser  Nachweis  nach
den  Bestimmungen  in  den  I§.  133—  136  des  Gesetzes  über  die  Erbfolge  ohne
Testament  und  Vertrag  vom  6.  April  1833  zu  führen;  beruht  dasselbe  hingegen
  auf  letztwilliger  Verfügung,  so  genügt  deren  Beibringung,  dafern  dieselbe
mit  den  dußeren  Zeichen  der  gesetzlichen  Form  versehen,  auch  im  Uebrigen  ohne
sichtbaren  Mangel,  und  die  Ungültigkeit  oder  Wiederaufhebung  derselben  auch
sonst  nicht  bekannt  ist.

S.  154.

Machen  gleichzeitig  verschiedene  Personen  auf  die  Uebereignung  desselben
Gegenstandes  Anspruch,  oder  liegt  sonst  ein  Widerspruch  gegen  dieselbe  vor,
so  ist  nach  den  §S.  246,  247  des  Pfandgesetzes  zu  verfahren.

S.  155.

Bei  Subhastationen  und  Zwangsabtretungen,  zu  öffentlichen  Zwecken  hat
das  Gericht  selbst  für  Beibringung  aller  nach  .  152  nothwendiger  Zeugnisse
und  Nachweisungen  zu  sorgen  und  die  Betheiligten  zu  den  erforderlichen  Angaben,
  da  nöthig  durch  Strafen  G.  224  des  Pfandgesetzes),  anzuhalten.

g.  156.

Ist  das  zu  veraͤußernde  Grundstuͤck  als  wahres  Lehn  von  den  Lehenhoͤfen
oder  After-Lehenstuben  im  Großherzogthume  (9.  13)  abhaͤngig,  so  ist  zuvoͤrderst
  der  Konsens  des  Lehnherrn  auszubringen,  wobei  die  Vorschriften  des
§.  123,  soweit  sie  hierher  gehören,  zur  Anwendung  kommen.

Bei  Zwangsabtretung  zu  öffentlichen  Zwecken  bedarf  es  jedoch  dieser  Einwilligung
  nicht  und  bei  Subhastation  eines  Lehns  im  Wege  der  Hülfsvollstreckung
  treten  die  Bestimmungen  in  den  §#9.  101,  102  des  Prioritäts-Gesetzes
  ein.