Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1832. (23)

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In  Etappenplaͤtzen,  wo  Garnison.  liegt,  wird  für  die  nächtliche  Bewachungund
  Verwahrung  der  Arrestaten  keine  besondere  Verguͤtung  geleistet.  Dagegen
wird  an  denjenigen  Etappen-Orten,  die  keine  Garnison  haben,  und  in  den  Fällen,
wo  alldort  kein  entbehrlsicher  leerer  und  gut  verwahrter  Raum  mehr  vorhanden,
und  die  Bewachung  in  einem  weniger  gesicherken  Lokale  unvermeidlich  ist,  Königlich-Prenßischer
  Seits  eine  Entschädigung  von  Sechs  guten  Groschen  für  jeden
Wachter  bezahlt.  "  ·

Auf  allen  Ekappenplätzen  ohne  Ausnahme  aber  wird  die  Heizung  und
Beleuchtung  der  Verwahrungs-Orte  der  daselbst  eintreffenden  Preußischen  Militair-Arrestaten,
  wenn  jener  Aufwand  blos  um  dieser  letzteren  willen  geschiehet,
für  jede  Nacht  in  den  sechs  Wintermonaten  mit  Vier  guten  Groschen,  in  den  sechs
Sommermonaten  aber  mit  Zwei  guten  Groschen  vergütet.

C.  Verpflegung  der  Pferde.

Die  Etappenbehörden  und  Ortsobrigkeiten  müssen  gehörig  dafür  sorgen,
daß  den  Merden  stets  möglichst  gute  reinliche  Stallung  angewiesen  werde.  Ist
der  Einquartierke  mit  der  seinen  Merden  eingeräumten  Stallung  nicht  zufrieden,
so  hat  er  seine  Beschwerde  bei  der  Ortsobrigkeit  anzubringen;  dagegen  ist  es  bei
nachdrücklicher  Strafe  zu  unkersagen,  daß  die  Militairpersonen,  welchen  Rang
sie  auch  haben  mögen,  die  Pferde  der  Quartierwirthe  eigenmächtig  aus  dem
Stalle  jagen  und  ihre  Pferde  hineinbringen  lassen.

Der  Fouragebedarf  wird  in  das  in  dem  Ekappen-Haupt-Orte  zu  errichtende
  verhältnißmäßige  Etappenmagazin  durch  eingeborne  Lieferanten  beigeschafft,
und  das  zum  Magazine  erforderliche  Lokal  durch  letztere  geslellt.

Von  den  Quartiergebern  darf  aber  in  keinem  Falle  glatte  oder  rauhe  Fourage
  anders  als  in  der  nachfolgend  bestimmtren  Art  verlangt  werden.

Die  Fouragelieferung  wird  für  einen  von  dem  Kniglich-Preußischen
Ekappen-Inspektor  zu  bestimmenden  Zeitraum  in  desselben  oder  seines  Bevollmächtigten
  Gegenwart  durch  die  Großherzoglichen  Behörden  öffentlich  an  den
Mindestfordernden  nach  Weimarschem  Maaße  und  Gewichte  versteigert.  Der  nur
erwähnte  Königliche  Inspektor  ist  berechtigt,  cinen  zweiten  Versteigerungstermin
zu  verlangen  und  abhalten  zu  lassen,  wenn  die  Preise  des  erslen  Termins  ihm  zu
hoch  scheinen,  in  welchem  Falle  auch  Ausländer  konkmriren  können.  Der  letzte
Termin  ist  aber  in  jedem  Falle  entscheidend  und  darf  der  Lieferant  die  im  Großherzoglich-Weimarschen
  Lande  angekaufte  Fourage,  ohne  Erlaubniß  der  Landes-Behörde,
  nach  auswärtigen  Etappen  nicht  ausführen.

Die  Bezahlung  für  die  von  den  Lieferanten  aus  den  Magazinen  verabreichte
  Fourage  wird  durch  die  Königlichen  Etappen-Inspektoren,  sofort  nach
erfolgter  Liquidation  der  darüber  vorgelegten  Rechnung  und  Quitkungen  r2c.,  an
die  Lieferanten  ohne  Abzug  entrichtet.

Die