schlossenen Erzeugern sehr viel bequemer und bei dem zunehmenden
Warenmangel und der immer schärfer werdenden Kreditverknappung
auch sicherer, sich mit den immer zahlungsfähigen Kommunalverwaltungen
in Geschäfte einzulassen als mit dem einzelnen Kaufmann, und so
kam es sehr bald dahin, daß eine verantwortungsbewußte Kommunalverwalkung
vor der Frage stand, entweder den Bezug und Verkauf der
Waren selbst in die Hand zu nehmen oder zuzusehen, wie die ihr anvertraute
Stadt wichtige Lebensmittel entbehren mußte.
Daß derartige Geschäfte bei den meisten Verwaltungen, denen doch
sachverständige Kaufleute nicht zur Verfügung standen, nicht ohne Schwierighkeiten
und Geldverluste vor sich gehen konnten, liegt auf der Hand.
Hier für nur ein Beispiel: 1916 hatte die Stadt von dem Gemüsebauverein
Braunschweig einen Vertrag über die Lieferung von täglich 2 Ztr. Spargel
abgeschlossen, den Spargel im Feuerwehrhause verkauft und wenigstens
erreicht, daß Einnahme und Ausgabe sich deckten. 1917 hatte sich
bereits eine mitteldeutsche Spargelzenkrale mit dem Sitz in Potsdam gebildet,
die sich auf so kleine Lieferungen nicht einließ und nur den Bezug
im Großen gestattete; der Magistrat erhielt also nach langen Verhandlungen
nur eine einmalige Sendung von rund 90 Ztr. Spargel im Werte
von 5869 4ä. Für diese Menge war aber der Markt nicht aufnahme--fähig.
Es wurde nur für 1216 1 frischer Spargel verkauft, und, um
den Zest nicht verderben zu lassen, sah der Magistrat sich gezwungen,
den ganzen Bestand einwecken zu lassen und insgesamt 1646 Gläser an
den Verein der Kolonialwarenhändler zu geben, die für das Literglas
3,86 KA bezahlen mußten und im Verkauf 4,25 (A1 rechnen durften. Auch
das gelang nur teilweise, und im Februar 1918 waren noch rund 450
Gläser übrig. Einen Teil davon bekam nun das Feuerwehrhaus und
verkaufke ihn für 4 4 je Glas; damit war der bei den Kaufleuten
lagernde Rest unverkäuflich geworden und mußte gleichfalls dem Feuerwehrhaus
zugeführt werden. Schließlich blieben noch 158 Gläser übrig,
deren Inhalt verdorben war, und das Spargelkonto 1917 schloß mit
einem Verlust von 556,04 A1 ab. Es ist bezeichnend, daß bei der Abrechnung
der Berichterstatter zu diesem Konto bemerkte, die Stadt habe
weder den Bedarf noch die Beschaffenheit der Ware gekannk, und eine
Verantwortung für den WVerlust dürfte niemanden treffen!
Aber zurück zu jenem ersten Einkauf.
Der von der Stadt befürchtete Fall eines plötzlichen Notsktandes trat
nicht ein, und man mußte langsam daran gehen, die erworbenen
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