Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1880. (14)

5.

des  Gesetzes,  betreffend  die  Verpflichtung  zum

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zuberufenden  Mannschaften  wird  durch  den  Reichshaushalts=Etat  festgesetzt
  Ersatzreservisten,  welche  geübt  haben,  verbleiben  während  der
Gesammtdauer  ihrer  Ersatzreservepflicht  in  der  Ersatzreserve  erster  Klasse.

2. Zunächst  sind  die  Freigeloosten  nach  der  Reihenfolge  ihrer  Loosnummern

  heranzuziehen,  sodann  diejenigen  Mannschaften,  welche  wegen
geringer  körperlicher  Fehler  an  die  Ersatzreserve  erster  Klasse  überwiesen
werden,  nach  Maßgabe  des  Lebensalters  und  der  besseren  Dienstbrauchbarkeit.
  Die  Auswahl  der  letzteren  erfolgt  bei  ihrer  Ueberweisung
zur  Ersatzreserve  erster  Klasse  im  Aushebungsgeschäft.

3. Diese  Uebungspflicht  erstreckt  sich  auf  4  Uebungen,  von  welchen  die

erste  eine  Dauer  von  10,  die  zweite  eine  Dauer  von  4  und  die  beiden

letzten  eine  Dauer  von  je  2  Wochen  nicht  überschreiten  sollen.  Der

Gestellungstag  für  die  erste  Uebung  ist  den  Uebungspflichtigen  bei  der

Ueberweisung  zur  Ersatzreserve  bekannt  zu  machen.  Erfolgt  die  Einberufung

  zu  einem  späteren  Termin,  so  kommt  die  Zwischenzeit  auf

die  Dauer  der  Uebung  in  Anrechnung.  Letztere  Bestimmung  findet
in

 

keine  Anwendung,  wenn  die  spätere  Einberufung  auf  Ansuchen  der
Uebungspflichtigen,  oder  wenn  mit  dem  Einvernehmen  der  Civilverwaltung
  im  Intresse  der  Uebungspflichtigen  eine  Verschiebung  des
Termins  der  Einberufung  erfolgt.

4. Jungen  Leuten  von  Bildung,  welche  sich  während  ihrer  Dienstzeit
selbst  bekleiden,  ausrüsten  und  verpflegen,  und  welche  die  gewonnenen
Kenntnisse  in  dem  vorschriftsmäßigen  Umfange  dargelegt  haben  (§.  11

Kriegsdienst,  vom  9.  November
  1867)  steht  für  die  erste  Uebung  unter  denjenigen  Truppentheilen
  die  Wahl  frei,  welchen  für  das  betreffende  Jahr  die  Ausbildung
von  Ersatzreserven  übertragen  ist.

Die  Uebungspflicht  erlischt,  wenn  die  ausgewählten  Mannschaften  innerhalb

  vierwöchentlicher  Frist  nach  dem  unter  3  bezeichneten  Gestellungstage
  zur  Uebung  nicht  einberufen  sind.

Ist  der  Gestellungstag  auf  Ansuchen  des  Uebungspflichtigen,
oder  mit  dem  Einvernehmen  der  Civilverwaltung  im  Interesse  des
Uebungspflichtigen  verschoben  worden,  so  ist  für  dies  Erlöschen  der
Uebungspflicht,  statt  des  unter  3  bezeichneten,  der  verschobene  Gestellungstag
  maßgebend.  

6. Von  der  Uebungspflicht  können  die  Mannschaften  nach  Maßgabe  des

§.  59  des  Reichs=Militärgesetzes  befreit  werden.  Jede  Einberufung  zum
Dienst  im  Heere  zählt  für  eine  Uebung.  Schiffahrt  treibende  Mannschaften
  sollen  zu  Uebungen  im  Sommer  nicht  eingezogen  werden.
7. Die  Jahreszeit,  in  welcher  die  Uebungen  stattfinden  sollen,  wird  zwischen
Militär=  und  Civilbehörden  unter  Berücksichtigung  der  bürgerlichen
Interessen  vereinbart.

8. Uebungspflichtige  Ersatzreservisten  unterstehen  in  Bezug  auf  Auswanderungserlaubniß,

  Entlassung  aus  der  Staatsangehörigkeit,  Be=