Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

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in  denen  schriftlich  entweder  überhaupt  nicht  oder  mit  ungenügendem  Ergebnisse
geprüft  worden  ist.  Die  mündliche  Prüfung  wird  solange  fortgesetzt,  bis  sämmtliche
  Mitglieder  der  Prüfungskommission  über  den  Grad  der  Befähigung  des
Prüflings  sich  ein  genügendes  Urtheil  gebildet  haben.
Gleichzeitig  dürfen  nicht  mehr  als  12  Prüflinge  mündlich  geprüft  werden.
Ob  die  mündliche  Prüfung  öffentlich  abgehalten  werden  soll,  bestimmt  die
Landesregierung.

§.  48.

Ueber  den  Ausfall  der  mündlichen  Prüfung  entscheidet  die  Prüfungskommission
  nach  Stimmenmehrheit  durch  Ertheilung  eines  der  Prädikate:  „Bestanden“
  und  „Nicht  bestanden“.

Die  Abstimmung  jedes  Kommissionsmitgliedes  muß  im  Prüfungshefte
vermerkt  werden.

§.  49.

Prüflinge,  welche  in  der  mündlichen  Prüfung  das  Prädikat:  „Nicht  bestanden“
  erhalten  haben,  gelten  überhaupt  als  nicht  bestanden  und  müssen  bei
etwaiger  späterer  Wiederholung  der  Prüfung  auch  die  schriftliche  und  die  praktische
Prüfung  nochmals  ablegen.  Findet  die  Wiederholung  binnen  Jahresfrist  vor
derselben  Prüfungskommission  statt,  so  kann  diese  die  nochmalige  Ablegung  der
bereits  bestandenen  Prüfungsabschnitte  oder  eines  derselben  erlassen.

§.  50.

Ob  und  welche  von  den  in  allen  drei  Prüfungsabschnitten  bestandenen  Prüflingen
  für  den  Gesammtausfall  der  Prüfung  statt  des  Prädikats:  „Bestanden“
das  Prädikat:  „Mit  Auszeichnung  bestanden“  erhalten  sollen,  entscheidet  die
Prüfungskommission  nach  Stimmenmehrheit.

§.  51.

Für  diejenigen  Prüflinge,  welche  die  Steuermannsprüfung  beziehungsweise
die  Schifferprüfung  bestanden  haben,  fertigt  die  Prüfungskommission  nach  dem
Formular  unter  F.  beziehungsweise  H  Prüfungszeugnisse  aus.

  Auf  Grund  dieser  Prüfungszeugnisse  werden  von  der  dazu  ermächtigten

  Behörde  die  Befähigungszeugnisse  nach  den  Formularen  unter  G  und  J  ausgefertigt.


§. 52.

Die  weiteren  Bestimmungen  über  die  zur  Ausstellung  der  Befähigungszeugnisse
  zuständige  Behörde  und  über  das  Verfahren  bei  Ertheilung  der  Zeugnisse
  werden  von  den  Landesregierungen  erlassen.