Pflege der Schönheit. 211
Kürzen und Beschneiden hemmt sie jedenfalls. Unbestritten ist die Kahl—
köpfigkeit eine traurige Begleiterscheinung der Kultur, die in unserer Zeit
erschreckend überhand nimmt. Sorgen wir wenigstens dafür, daß das weib—
liche Geschlecht davor bewahrt bleibe! Kahlköpfige Frauen wären das Häß—
lichste, das man sich vorstellen kann.
Schon bei kleinen Mädchen muß straffes Binden, Feststecken und Brennen
der Haare vermieden werden. Mit weiten Kämmen und weichen Bürsten
reinige und glätte man das Haar und trage es zuerst offen, dann geflochten in
lockerer, natürlicher Weise.
Häufiges Kopfwaschen ist
zur Kräftigung des Haarbodens
äußerst wohltätig;
allwöchentlich übergieße
man den Kopf mit
Wasser von 35—37° C.,
entweder gelegentlich eines
Vollbades oder auch ohne
ein solches. (Siehe Fig.
144.) Es wird dadurch
nicht nur für Reinigung der
Kopfhaut gesorgt, sondern
auch für vermehrte Blutfülle
derselben, wodurch
die Ernährung der Haarpapillen
gefördert wird.
Man faßt das geflochtene
Haar und hebt es mit
einer Hand hoch, um es —"
vor dem Naßwerden zu 7 —
schützen; mit der anderen
drückt man den vollen
Schwamm aus und schöpft Fig. 144. Kopfwaschung (ohne Hilfe ausgeführt).
Wasser aus dem Becken.
Auf diese Weise lassen sich Kopfbäder leicht ohne Bedienung ausführen.
Will man die langen Haare zeitweilig der Reinigung wegen auch mitwaschen,
dann läßt man sie vornüber hängen und begießt sie. Das Haar wächst nicht
etwa an seiner Spitze, sondern von der Wurzel aus; wenn die feinen Gefäßschlingen,
welche die Haarpapille, aus welcher das Haar hervorsprießt, umspülen,
verkümmern oder ungenügend mit gutem Blut gefüllt sind, so geht auch
das Haar langsam zugrunde. Alle Mittel, welche die Ernährung des Haarbodens
vermehren, werden daher auch das Wachstum der Haare befördern,
seien es nun Kopfbäder, Kopfpackungen, Kräutereinreibungen oder Kopfmassage.
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