Full text : Blätter für Rechtsanwendung. L. Band. (50)

Zum  GKG.  5

den  auch  für  das  Verhältniß  des  Aerars  zur  gebührenpflichtigen
  Partel  in  erster  Linie  als  bestimmend
  anerkannt  wurde,  Motive  zum  RGKG.  S.  607
Sp.  1  Abs.  2,  Schuldner  der  entstandenen  Gebühren
der  zum  Armenrechte  zugelassene  Beklagte.  Dieser
aber  ist  nach  §.  107  RCPO.  von  Berichtigung  der
Gerichtskosten  einstweilen,  d.  i.  bis  zum  Eintritte
der  in  S.  116  eod.  bezeichneten  Verhältnisse  befreit.
Von  demjenigen,  welcher  Schuldner  der  in  solchem
Falle  zunächst  in  Betracht  kommenden  Verhandlungsund
  Entscheidungsgebühr,  ebenso  aber  auch  einer
etwaigen  Beweisgebühr  sein  würde,  dürfen  solche
sohin,  von  dem  Falle  des  S.  116  RCPO.  natürlich
  abgesehen,  nicht  erhoben  werden.  Eine  Ueberwälzung
  der  Zahlungspflicht  auf  den  solventen  Prozeßgegner
  ist  aber  im  RGKG.  nirgend  statuirt.
Namentlich  ergibt  die  Fassung  des  §.  89  eod.  klar,
daß  die  Inanspruchnahme  desßjenigen,  der  das  Verfahren
  der  Instanz  beantragte,  als  Schuldner  der
Gebühren  nur  als  eine  subsidiäre  aufgestellt  wurde,
welche  gegen  die  Bestimmung  des  §.  86  unbedingt
zurückzutreten  hat.

Nun  kennt  das  Gesetz  allerdings  auch  eine  Vorschußpflicht,
  und  diese  liegt  nach  S.  81  RGKG.  für
jede  Instanz  dem  Antragsteller,  hier  also  dem  Kläger
ob,  der  ihr  auch,  wenn  die  Frage  der  Rückerstattung
soll  aufgeworfen  werden  können,  in  Wirklichkeit  genügt
  haben  muß.  Vorschußpflicht  und  Zahlungspflicht
  sind  allerdings  wesentlich  von  einander  verschieden,
  Mot.  S.  606  Sp.  1  in  tline,  R.  Entsch.
VI.  419;  in  einer  und  derselben  Sache  kann  der
Eine  zur  Vorschußleistung  verpflichtet  sein,  während
die  Zahlungspflicht  den  Andern  trifft.  Aber  von
einem  Rechte  auf  Vorschuß  kann  naturgemäß  nur
soweit  die  Rede  sein,  als  auch  eine  Zahlungspflicht
besteht;  sie  ist  ihrem  Begriffe  nach  eine  Sicherstellung
der  Staatskasse  für  die  Erfüllung  der  seinerzeitigen