Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1909. (43)

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§  33.

Prüflinge,  die  in  der  mündlichen  Prüfung  nicht  bestehen,  haben  die  ganze
Prüfung  nicht  bestanden.  Bei  Wiederholung  der  Prüfung  müssen  sie  auch  die
schriftliche  und  praktische  Prüfung  nochmals  ablegen.

Für  den  Fall,  daß  die  Wiederholung  der  Prüfung  binnen  14  Monaten
vor  derselben  Prüfungskommission  stattfindet,  kann  die  nochmalige  Prüfung  in
den  Abschnitten,  welche  der  Prüfling  früher  bestanden  hat,  erlassen  werden.  Dem
Prüfling  ist  bei  der  Zurückweisung  zu  eröffnen,  inwieweit  ihm  ein  solcher  Nachlaß
gewährt  wird.

Wer  die  Prüfung  III.  oder  II.  Klasse  oder  die  Vorprüfung  zum  Schiffsingenieur
  nicht  bestanden,  aber  im  Laufe  der  Prüfung  die  für  die  Maschinisten
einer  niedrigeren  Klasse  vorgeschriebenen  Kenntnisse  nachgewiesen  hat,  kann  auf
seinen  Antrag  ein  Befähigungszeugnis  dieser  Klasse  erhalten.  

§ 34.
Die  in  jedem  der  Prüfungsabschnitte  erteilten  Prädikate  werden  in  das
Prüfungsheft  eingetragen  und  danach  wird  das  Gesamtprädikat  festgesetzt.
Die  Prüfungskommission  kann  nach  Stimmenmehrheit  Prüflingen  bei
hervorragenden  Leistungen  in  allen  Prüfungsabschnitten  für  den  Gesamtausfall
der  Prüfung  das  Prädikat  „Mit  Auszeichnung  bestanden“  zuerkennen.

§  35.

Wer  die  Prüfung  bestanden  hat,  erhält  ein  von  der  Prüfungskommission
ausgefertigtes  Prüfungszeugnis.

Denjenigen  Pruflingen,  die  das  Prädikat  „Mit  Auszeichnung  bestanden“
erhalten  haben,  wird  von  der  Prüfungskommission  hierüber  ein  besonderes  Zeugnis
ausgefertigt.  § 36.

Wer  die  Prüfung  nicht  bestanden  hat,  kann  zu  ihrer  Wiederholung  innerhalb
  des  Reichsgebiets  erst  nach  einer  von  der  Prüfungskommission  festzusetzenden
Frist  wieder  zugelassen  werden.  Diese  Frist  ist  dem  Prüflinge  bei  der  Eröffnung
des  Prüfungsergebnisses  mitzuteilen.  Sie  darf  bei  Prüflingen  IV.  und  III.  Klasse
nicht  unter  einem  Monate,  bei  den  Prüflingen  der  anderen  Klassen  nicht  unter
drei  Monaten  betragen.

§ 37.

Einem  Prüflinge,  der  während  der  Prüfung  aus  stichhaltigen  Gründen
zurücktritt,  kann,  wenn  er  nicht  schon  in  einem  Prüfungsabschnitte  nicht  bestanden
hat,  die  Wiederholung  der  Prüfung  ohne  Fristsetzung  gestattet  werden.

Ist  der  Rücktritt  erst  nach  dem  Bestehen  der  schriftlichen  oder  praktischen
Prüfung  erfolgt,  so  kann  dem  Prüflinge  der  im  §  33  Abs.  2  vorgesehene  Nachlaß
gewährt  werden.