wegen der spanischen Erbfolge Krieg entstände, solle, wie im Jahre 1686 vertragen
worden, der Kurfürst 8000 Mann, jedoch nunmehr auf eigene Kosten
stellen, und nur zur Vertheidigung seiner eigenen Länder zurückberufen dürfen,
auch andere Fürsten zum Bunde mit dem Kaiser zu bringen suchen. Alle ihm
schuldige Subsidien erließ der Kurfürst, sollte jedoch während der Dauer des
Krieges, wie im Jahre 1686 vertragen war, jährlich 150,000 Gulden erhalten;
und versprach auch, den Kaiser in der Wiederzulassung der böhmischen Kurstimme
bei dem Reichstage zu unterstützen.
Da nun der Kurfürst dem Kaiser vorstellen lassen, daß er aus verschiedenen
Gründen die Absicht habe, seinem Hause den königlichen Titel zu erwerben,
und den Kaiser gebeten, ihm dazu behülflich zu sein, indem er wohl erkenne,
daß er sich nach dem Beispiel anderer souveränen Könige, die in vorigen
Zeiten diese Würde erlangt, deshalb vornehmlich an den Kaiser als höchstes
Oberhaupt der Christenheit zu wenden habe, auch nicht gemeint sei, ohne dessen
Approbation sich solcher Titel zu arrogiren und zur Krönung zu schreiten: so
habe der Kaiser in Betracht des uralten Glanzes, Macht und Ansehens des
Kurhauses Brandenburg, und wegen der von dem jetzt regierenden Kurfürsten
dem gemeinen Wesen bisher geleisteten großen Dienste resolvirt, eine solche wohlverdiente
Dignität dem Kurfürsten beizulegen, erklären auch aus kaiserlicher Macht
und Vollkommenheit, wenn der Kurfürst dieser erlangten Approbation zufolge sich
wegen seines Herzogthums Preußen zum Könige ausrufen und krönen lasse, daß er,
der Kaiser und sein Sohn, der römische König, auf erhaltene Anzeige ihn unverzögert
inn= und außerhalb des Reichs für einen König in Preußen ehren, würdigen
und erkennen, und ihm diejenigen Prärogativen, Titel und Ehren erweisen
wolle, welche andere europäische Könige vom Kaiser und kaiserlichen Hofe erhielten,
auch zu befördern, daß dasselbe von andern Mächten geschehe, Alles jedoch,
wie der Kurfürst sich bereits gegen den König von Polen verpflichtet, ohne Präjudiz
für diese Krone so wie für das Reich. Ueber die gegenseitig zu gebrauchenden
Titulaturen waren außerdem noch die genauesten Bestimmungen hinzugefügt.
Zu der Zeit, wo dieser wichtige Vertrag zu Stande kam, stand der Erzieher
und treue väterliche Freund Friedrichs nicht mehr an der Spitze der Staats-Ungelegenheiten.
Von seiner Verwaltung weiß man nur Rühmliches zu sagen.
Mit großer Sorgfalt hatte er sich der Finanzverwaltung angenommen, und zu
diesem Zweck einen sehr einsichtsvollen Beamten, den Geheimen Kammerrath
von Kraut angestellt. Durch die Mitwirkung dieses fähigen Mannes waren die
Einkünfte der Domainen und der dazu gehörigen Gefälle in einem Jahre um
148,000 Thaler gestiegen, und bald wurde überhaupt ein bedeutender Ueberschuß
gegen den früheren Etat der Einnahme und Ausgabe erzielt. Freilich reichte
dies Alles nicht hin, um die großen Kriegslasten und den von Jahr zu Jahr
immer königlicher sich gestaltenden Hofhalt Friedrichs III. zu bestreiten, doch ist
darum das Verdienst des sorgsamen Staatsmannes nicht geringer. Vielleicht war
er in seinem Benehmen schroff und stolz, zu sehr bedacht, die wichtigen Staats-