74
wesentlich im Geiste einer Demokratie; — daß keine Gewalt
so sich durch lange Uebung eines und eben desselben
Mannes bis zur Gefahr für die Souverainetaͤt konsolidire,
daß der Geist der Gleichheit ungeschwaͤcht sich erhalte. Nun
aber ist fuͤr Sittlichkeit, Industrie und den ganzen Charakter
eines Volks nichts nachtheiliger als dieser stete Wechsel.
Die Leidenschaften der Suchenden und Gebenden sind in
fortwährender Bewegung, und bei beiden nicht. so, wie die
Leidenschaft Kräfte giebt, die Seele hebt, sondern die schlechteren
Arten derselben, die bloße Privatzwecke zum giele haben.
Ueberdieß wird auch bei dieser Einrichtung keine Amts-Autorikät
so fest, daß sie etwas zu unternehmen und auszuführen
im Stande wäre; ihre Befugnisse sind zu kurz
daurend, und selbst in diesem kurzen Jeitraume ist oft die
Furcht, künftighin nicht mehr gewählt zu werden, ein Hinderniß,
von jenen Gebrauch zu machen.
Bei allen diesen Nachtheilen der Demokratie ist nun
nicht mit eingerechnet der Demagogen = Unfug, weil in
der That jede Verfassung solche Brandmale, gewisse ihr
eigenthümliche Ausartungen hat. Indeß liegt es doch im
Charakter der Demagogic und in ihrer ganzen Entstehungsweise,
daß sie weit größere. Mißbräuche in ihrem Gefolge
führt, daß sie weit mehr jedes Mirtel für erlaubt hält und
ergreist, wenn #es nur zu ihrem Zweck führt, daß sie weit
heftiger in ihren Ausbrüchen, weit unversöhulicher in ihrem
Hasse ist. Hiezu wirken hauptsächlich zwei Umstände mit:
einmal das natürliche Erhizen der Leidenschaften
der Menschen in, den großen Versämmlungen,
was fast unvermeidlich zu seyn scheint (vielleicht aber gerade
hier sich wieder um so schneller verliert, wenn es zu groß
geworden ist), und dann die Unufähigkeit eines gros,=