Full text : Deutschland als Kolonialmacht.

                                                                                                                                                      149

bildet  sich  eine  weitere  auf  dem  Hochlande  von  Ngaundere,  die  Basaltdecken
aufweist.

      Der  Boden  der  Kolonie  ist  zum  größten  Teil  mit  roten,  lehmigen,  sandigen
Verwitterungsprodukten  bedeckt,  wie  sie  meist  in  tropischen  Gebieten  vorkommen.
Ist  diesem  Produkt  Brauneisenstein  beigemischt,  so  nennt  man  es  Laterit.  Als
besonders  fruchtbar  kann  dieser  Boden  nicht  angesprochen  werden.

      In  den  regenreichen  Gebieten  sind  die  Humusböden  zahlreicher,  häufig  in
den  sumpfigen,  mit  Wald  bedeckten  Niederungen.  Im  Tschadseebecken  kommen
ausgedehnte  Sumpfböden  vor,  die  monatelang  unter  Wasser  stehen.  Die  Niederungen
  südlich  des  Sees  sind  von  einem  schwarzen,  humusreichen  Boden  bedeckt,
der  eine  Dicke  bis  zu  einem  halben  Meter  hat  und  von  den  Eingeborenen  Firki
genannt  wird.  In  der  Regenzeit  bildet  dieser  Firki  einen  schwarzen,  zähen
Schlamm,  der  schwer  zu  durchwaten  ist,  in  der  Trockenzeit  reißt  er  mit  tiesen
Rissen  in  große  Schollen  auseinander.  Ein  unangenehmer,  schwarzer  Staub
erhebt  sich  während  dieser  Zeit  bei  jedem  Windstoß.  In  einem  großen  Teile  des
trockenen  Nordens  kommt  ein  rötlicher  Sand  vor,  der  aus  der  Verwitterung
von  Gesteinen  entstanden  ist.                                                                                                                        

                                                          K l i m a.                                                                                        

      Unsere  Kenntnisse  über  das  Klima  Kameruns  sind  vorläufig  noch  recht  lückenhaft.
  Feste  meteorologische  Stationen  sind  mit  Ausnahme  einiger  weniger  erst  im
Entstehen.  An  der  Küste  ist  darin  etwas  mehr  geleistet  worden,  während  im
Innern  das  Stadium  der  klimatischen  Verhältnisse  sehr  im  Argen  liegt.  Es  ist  nur
Bali  und  Jaunde,  wo  längere  Zeit  Beobachtungen  gemacht  worden  sind.  Für  die
nördlichsten  Gebiete  muß  man  auf  die  alten  Reisenden  Barth  und  Nachtigal  zurückgreifen.
  In  den  Nachbargebieten  sind  nur  von  Franzosen  eingehendere  Studien
vorgenommen  worden.

        Ebenso  wie  in  seiner  Oberflächengestaltung  Kamerun  sehr  vielgestaltig  ist,
sind  auch  seine  meteorologischen  Verhältnisse  sehr  verschieden.  Das  Klima  ressortiert
  von  den  großen  Luftdruckzonen  im  Norden  der  Sahara,  im  Süden  dem
Kongo  und  dem  Kalaharibecken.  Eine  bedeutende  Rolle  spielt  ferner  das  tiefe
Eingreifen  des  Meerbusens  von  Guinea  und  der  geologische  Aufbau.  Wir  können
hauptsächlich  fünf  verschiedene  klimatische  Gebiete  unterscheiden,  nämlich:

                              das  Küstengebiet,

                              die  hohen  Gebirge,

                              die  Hochfläche  des  Plateaus,
                              die  Gebirgsmassive  Adamanas,
                              das  Tiefland  am  Tsadsee.

       Sehr  gering  sind  die  Jahresschwankungen  im  Küstengebiet,  die  nur  zwischen
25  und  28°C  schwanken.  Der  Gegensatz  zwischen  Tag  und  Nacht  ist  etwas  stärker.
In  Duala  beträgt  er  5,3°C  Dieser  Gegensatz  nimmt  nach  dem  Innern  hin  bedeutend
  zu.

Zu  der  geographischen  Lage  (ca.  4°  nördlicher  Breite)  kann  man  die  Temperatur
  des  Kameruner  Küstengebietes  als  niedrig  betrachten.  Sie  beträgt  nämlich
25,5°C  im  Jahr.  Die  Ursache  dafür  liegt  darin,  daß  der  vorwiegende  Seewind
die  Temperatur  abkühlt,  ferner  daß  der  Urwald  einen  großen  Teil  der  Hitze  resorbiert.

       Ganz  anders  liegen  die  Verhältnisse  auf  den  hohen  Gebirgen,  z.  B.  dem
Kamerunberg.  Die  Temperatur  nimmt  nach  der  Höhe  zu  ab,  und  es  kommt
hinzu,  daß  der  dort  herrschende  Nordostpassat  stark  auf  das  Klima  einwirkt.  So
ist  es  kälter  als  man  von  der  relativen  Höhe  erwarten  müßte.  Buea,  das  auf
ca.  980  m  liegt,  hat  eine  mittlere  Jahrestemperatur  von  19,6°.C

       Das  Hochplateau  Kameruns  zeigt  bedeutend  stärkere  Temperaturschwankungen