542 XXV. Sprengstoffe 88 6—8.
â tum—m
§ 6. (Schwurg.) Haben Mehrere die Ausführung einer
oder mehrerer nach § 5 zu ahndender strafbarer Handlungen
verabredet oder sich zur fortgesetzten Begehung derartiger, wenn
auch im einzelnen noch nicht bestimmter Handlungen verbunden
so werden dieselben, auch ohne daß der Entschluß der Verübung
des Verbrechens durch Handlungen, welche einen Anfang der
Ausführung enthalten, bethätigt worden? ist, mit Zuchthaus
nicht unter fünf Jahren bestraft.
§ 7. (Schwurg.) Wer Sprengstoffe herstellt, anschafft
bestellt, oder in seinem Besitze hat, in der Absicht, durch Anwendung
derselben Gefahr für das Eigenthum, die Gesundheit
oder das Leben eines Anderen entweder selbst herbeizuführen oder
andere Personen zur Begehung dieses Verbrechens in den
Stand zu setzen, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren
bestraft.
Der gleichen Strafe verfällt, wer Sprengstoffe, wissend,
daß dieselben zur Begehung eines in dem 85 vorgesehenen Verbrechens
bestimmt sind, an andere Personen überläßt.
§ 8. (Landg.) Wer Sprengstoffe herstellt, anschafft, bestellt,
wissentlich in seinem Besitz hat oder an andere Personen
überläßt unter Umständen, welche nicht erweisen, daß dies zu
einem erlaubten Zweck geschieht, wird mit Zuchthausstrafe bis
zu fünf Jahren oder mit Gefängniß nicht unter einem Jahre bestraft.
Diese Bestimmung findet auf die gemäß § 1 Absatz 3
vom Bundesrath bezeichneten Stoffe nicht Anwendung.
8 8 schafft eine Vermuthung für das Vorhandensein der verbrecherischen
Absicht, indem Bestrafung eintreten soll, wenn der Besitz von
Sprengstoffen unter Umständen erfolgt, welche nicht erweisen, daß dies zu
einem erlaubten Zweck geschieht. Unter letzterem ist aber jede Verwendung
von Sprengstoffen zu verstehen, bei welcher die im Gesetz bezeichnete
verbrecherische Absicht nicht vorhanden, bei welcher also der Wille
des Thäters erweislich nicht auf die Herbeiführung einer Gefahr für das
Eigenthum, die Gesundheit oder das Leben eines Anderen gerichtet ist, mag
im Uebrigen der beabsichtigte Zweck auch ein unerlaubter sein: 25. Nov.
84 E. 11. 263; R. 6. 762. 22. Nov. 87 R. 9. 632; es fällt daher das
unberechtigte Fischen mit Dynamit ausschließlich unter § 296 St.-G.-B.:
23. Okt. 85 R. 7. 611. 22. Jan. 86 E. 13. 305; R. 8. 26. 25. Juni
86 E. 14. 231. 2. Jan. 88 R. 10. 2.