Full text : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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Körper  und  Geist  ersrischenden  Spielen!  Geben  wir  ihm,  so  oft
sich  die  Gelegenheit  bietet,  Anregung  zum  Spielen!  Es  muß  nur
ein  Ansang  gemacht,  die  erste  Schen,  die  erste  Schwierigkeit  überwunden
  werden.  Wie  in  England,  müssen  die  Tugend  und  Volks.
spiele  eine  Volkssache  werden,  sie  müssen  über  die  Schule
hinaus  —  das  sei  hier  besonders  betont  —  Volkswohlfahrt,
Gesundheit,  Gesittung,  Liebe  zur  Heimat  und  zum  Vaterland
fördern,  dann  wird  auch  ihr  wohltätiger  Einsluß  auf  unsere
Jugend  immer  mehr  anerkannt  werden!

Eine  erfreuliche  Anregung  ist  von  dem  Central-Ausschuß  zur
Förderung  der  Jugend-  und  Volksspiele  in  Deutschland  ausgegangen,
  den  der  für  alle  diese  Bestrebungen  mit  Feuereiser
wirkende  Landtagsabgeordnete  v.  Schenckendorss  in  Görlitz  am
21.  Mai  1891.  in  Berlin  gegründet  hat.  Allerdings  hat  sich  die
Wirkung  dieses  Ausschusses  bisher  nur  auf  die  Städte  erstreckt;
doch  sollte  der  gute  Einsluß,  den  diese  Bestrebungen  auf  die  leitenden
  Kreise  im  Sinne  unserer  Bestrebungen  ausüben,  endlich  auch
dem  Lande  zugute  kommen.  Ein  bedentsames  Beispiel  für  die
Förderung  des  Ingendspiels  auf  dem  Lande  danken  wir  dem  schon
genannten  wackern  Kreis  Steinburger  Gemeinnützigen  Verein,
der  den  verschiedenen  hilssbedürftigen  Orten  Beihilfen  zur  Beschaffung
  von  Spielplätzen  und  Spielgeräten  gewährt,  auch  einen
Wanderpreis  für  die  besten  Tennisspieler  ausgesetzt  hat.

Literatur.  Feste  und  Spiele  des  deutschen  Landvolks.
  Von  Dr.  E.  Kück  u.  Prof.  H.  Sohnrey.  Verlag  der  Landbuchhandlung,
  Berlin.  —  Heinr.  Carstens,  Linderspiele  aus  Schleswig-Holstein
  (Jabrbuc  des  Vereins  für  niederdeutsche  Spracherschung.
X  u.  XIII).  —  C.  v.  enckendorff  u.  Dr.  med.  F.  A.  Schmidt,
Jahrbuch  für  LSenn  und  Jugendspicle.  Leipzig.  1892—1000.  —
v.  Schenckendorff  und  Schmidt,  Ueber  Jugend-  und  Vollsspiele.
Hannover·  Linden,  Meng  u.  Co.  1892.  —  Gutbs-Muths.  Spiele.
5.  Auflage.  Heransgegeben  von  Schett,  Hof  in  Bayern.  1803.  —  Dr.
Eliner,  Jungendspiele.  Leipzig.  —  Zander,  Ueber  die  Bedenutung
der  Jugendspiele.  Danzig  1883.  —  Jacob,  Deutschlands
spielende  Jugerd.  Leipzig.  —  Sollens  Sammlung  velfstümkicher
Jugendspiele  der  Kreise  Jülich  und  Geilenkirchen.  Düren  1896.
Handelmann,  Volks-  und  Kinderspiele  aus  Schle  Holstcin.  Kicl

1871.  —  Zweiter  Geschäftsberich!  des  Kreis  Steinburger  Gemcinnützigen
Gnins.  1895.  S.  16.  —  L.  Wortmann,  ewogeceiwicll.  Leipzig
1801.  —  Ratgeber  zur  Einführung  der  Volls=  und  Jngendspicke.
I.  u.  II.  Leipzig  1890.

Die  Spinnstube.

Das  Bedürsnis,  das  die  Spinnstube  hervorgerusen  hat,  wird
mit  der  Beseitigung  des  Spinnrades  selbstverständlich  nicht  beseitigt.
  Die  Spinnstube  wird  fortbestehen,  wenn  auch  das  Spinnen
ganz  aushören  sollte:  nur  daß  dann  vielleicht  die  süddeutsche  Bezeichnung
  „Lichtstube“  mehr  am  Platze  wäre.  Wir  können  es