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schon ein weiterer Vorfall zur Kenntnis des Generals von Rantzau ge—
bracht wurde; ein Chevauleger war von einer Anzahl unbewaffneter
Briarer Bürger vom Pferde gerissen und an den Kanal geschleppt worden,
um ertränkt zu werden; andere Bürger hatten ihn noch rechtzeitig in
Schutz genommen. Er selbst erkannte einige Perfonen auf der Straße,
als Mitglieder der Bande, die den Mordversuch auf ihn gemacht hatte.
Auch diesmal wurde dennoch Briare weder verbrannt noch geplündert;
es wurde eine regelmäßige Untersuchung eingeleitet, einige Dutzend Personen
verhaftet und eine Zeit lang die verdächtigsten gefangen gehalten;
schließlich kamen alle ohne Strafe davon. Der Stadt wurde eine Strafkontribution
von 20,000 Franken auferlegt und auch diese schließlich auf
12,000 Franken vermindert. Liest man diese Dinge, so könnte man eher
versucht sein, eine allzu große Milde zu tadeln, statt der von den Franzosen
uns angedichteten Barbarei. Allein wir können uns doch der Ehrerbietung
vor der Selbstbeherrschung unserer Landsleute nicht entschlagen,
die selbst dem Meuchelmord gegenüber sich nicht verleugnete. Obgleich
der Verfasser seinen speziellen Landsleuten nicht das gleiche bewundernde
Lob zollt, wie der preußischen 5ten Division, so konstatiert er doch die im
allgemeinen gute Haltung derfelben. Daß die Franktireurgeschichte nicht
strenger bestraft worden war, schien bei einem Teil der Hessen eine gewisse
Unzufriedenheit hervorgerufen zu haben. Der Verfasser tröstet sich
mit den Worten, daß man eben nicht jedermann gefallen könne."
Mich und v. W. traf wieder der angenehme Auftrag,
die Vorposten zu übernehmen, doch hatte ich diesmal den besseren
Teil gezogen, denn während die Z3te Kompanie die Feldwachen
auszustellen hatte, übernahm ich das Replis der Vorposten
und hatte nur in dem äußersten Hause Alarmquartier
zu beziehen. Ich installierte meine Kompanie in einem Winzerhause,
das mitten in einem großen Weinberge lag, zum nicht
geringen Entsetzen des Besitzers, denn ich mußte, um einen
freien Ausgang bei einem etwaigen Angriffe zu gewinnen, durch
die Weinstöcke einen breiten Weg bahnen lassen. Die Nacht
verging ruhig, und früh im Morgengrauen erschien eine Eskadron
Kürassiere von der Iten Kavallerie-Division, die Loire
aufwärts gestreift hatten, und brachte die Meldung, daß sie
keine geschlossenen Truppenteile des Feindes angetroffen hätten.
Befehle zur Fortsetzung des Marsches lagen noch nicht vor,
und so benützten wir denn den wahrscheinlichen Ruhetag vor
allen Dingen zu dem sehr nötigen Scharfmachen der Pferde
und zum Ausbessern der dringendsten Schäden am Schuhwerk.