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mußte auf diese Vermuthung fuͤhren, welche selbst auch von
den Jesuiten nur mit Klagen widerlegt wurde. Es war
kein in den Annalen des Ordens ganz ungewoͤhnliches Ungluͤck,
daß sie sich um solcher Beschuldigungen willen aus
einem Koͤnigreich vertrieben sahen. So lange sie aber den
Pabst zum Freund hatten, so lange sie in andern Koͤnigreichen
festen Fuß behielten, war eine solche partielle Schwächung
ihrer Gewalt gewöhnlich nur der Uebergang zu einer
neuen rühmlich scheinenden Wiedereinsetzung. Der neue Pabst
Clemens XIII. ließ aber gar nicht befürchten, was Lambertini
und sein Freund Paßionei in der That mehr als gedroht
hatten, und weder in Frankreich noch in Spanien zog
sich zu gleicher Zeit ein sichtbares Ungewitter zusammen.
Nur hatte sich doch der Zustand der ganzen Katholischen
Kirche seit dreißig, vierzig Jahren vhne Katastrophe bloß
durch steten Zusammenhang gewisser, gleich fortgehender Wirkungen
so verändert, daß eine Totalrevolution reif zu seyn schien.
Voltaire und andere, die sich den Namen Philosophen
beilegten, hatten so viel wahres und lustig falsches über den
Klerus und über die Mönche geschrieben, so unterhaltend gespottet
und ihren Spott so im mannigfaltigsten Gewande immer
wiederholt, daß sich endlich auch diejenigen, welche vorher
nicht lesen mochten oder nicht lesen konnten, bei ihrem
Publicum einfanden, Damen und Minister ein Buch zur
Hand nahmen, das sie ohne große Anstrengung so klug zu
machen schien. Der politisch große Nutzen der Religionsduldung
wurde durch die Geschichte der protestantischen Staaten
mit jedem Jahrzehend immer mehr mehr bewiesen, und ein
Factum, wie die schröckliche Schlachtung von Calas, kam
dem Dichter von Ferney recht geschickt, um eine eindringengende
Gelegenheitspredigt zu halten. Bei der allgemeinen
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